Razzien in Langenfeld decken Scheinwohnsitze und Betrug mit EU-Bürgern auf
Charlotte KrügerRazzien in Langenfeld decken Scheinwohnsitze und Betrug mit EU-Bürgern auf
Eine Sonderermittlungsgruppe hat in Reusrath ein Netzwerk aus Scheinwohnsitzen aufgedeckt, die mit EU-Bürgern aus Osteuropa in Verbindung stehen. Bei Razzien in Langenfeld wurden vergangene Woche zudem Beweise für illegale Wohnpraktiken und möglichen Betrug sichergestellt. Die Aktion ist Teil einer groß angelegten Offensive gegen Kriminalität im Rahmen der neu gestarteten Initiative GeKo Rhein Wupper.
Neunzehn Beamte führten in Langenfeld koordinierte Durchsuchungen durch, bei denen Immobilien im Visier standen, die im Verdacht standen, in betrügerische Meldepraktiken verwickelt zu sein. Dabei wurden zwölf Scheinadressen entdeckt, die auf Staatsbürger aus Osteuropa registriert waren. Sieben Personen gerieten daraufhin wegen unklaren Aufenthaltsstatus und möglicherweise nicht angemeldeter Arbeit in den Fokus der Ermittler.
Die Ermittler stießen außerdem auf nicht genehmigte Nutzungsänderungen von Gebäuden, die gegen das Wohnraumstärkungsgesetz verstoßen. An einem Standort in Richrath führte ein Verstoß gegen die Meldepflicht zur offiziellen Abmeldung der Wohnung. An einer anderen Adresse gab es Verdachtsmomente wegen einer vorgetäuschten Vaterschaftsanerkennung sowie illegaler Baumaßnahmen.
Die Aktion ist Teil der Initiative GeKo Rhein Wupper, die die behördenübergreifende Zusammenarbeit im Kampf gegen Kriminalität stärken soll. Erst vergangene Woche wurde in Wuppertal die zentrale Koordinierungsstelle eröffnet. Beteiligt sind derzeit neun Städte – darunter Wuppertal, Solingen und Düsseldorf –, mit Plänen zur Ausweitung auf weitere Kommunen entlang des Rheins und der Wupper, etwa Duisburg und Oberhausen.
Lokale Beobachtungen zeigen, dass Personen großzügige Immobilien erwerben, die in keinem Verhältnis zu ihren angegebenen Einkünften stehen. Eine dritte Adresse geriet wegen des Verdachts auf Scheinanmeldungen in den Blick, möglicherweise um Einwanderungsbestimmungen zu umgehen.
Die Razzien brachten mehrere Fälle von gefälschten Anmeldungen und illegalen Umbauarbeiten ans Licht. Die Behörden prüfen nun den Aufenthaltsstatus von sieben Personen und untersuchen mögliche Verstöße gegen Arbeitsrecht. Die Initiative GeKo Rhein Wupper zielt darauf ab, solche Machenschaften durch engere Abstimmung zwischen den Behörden künftig zu verhindern.






