25 June 2026, 04:03

RAW-Gelände in Berlin: Streit um Kultur, Wohnungen und die Zukunft eines Ikons

Protest auf dem Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Streit um Kultur, Wohnungen und die Zukunft eines Ikons

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Stadt, steht auf dem Spiel. Ein Streit zwischen der Stadt und dem privaten Eigentümer, der Kurth Group, über die geplante Bebauung ist eskaliert. Im Mittelpunkt stehen die Anzahl neuer Wohnungen und der Erhalt der historischen Hallen, in denen Clubs und kulturelle Einrichtungen untergebracht sind.

Das RAW-Gelände begann seine Geschichte als Reichsbahn-Ausbesserungswerk und wurde nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen mit restaurierten Möbeln sowie saisonale Märkte.

Mitte Mai legten die Senatsverwaltung und der Bezirk einen Rahmenvertrag vor – doch die Kurth Group lehnte ihn ab. Das Unternehmen wirft der Stadt vor, frühere Absprachen gebrochen und ohne Abstimmung neue Forderungen gestellt zu haben.

Die Kurth Group besteht darauf, vor weiteren Verhandlungen eine beschleunigte Baugenehmigung für den Wohnungsbau zu erhalten. Senat und Bezirksvertreter werfen der Gruppe hingegen vor, die Existenz der Clubs und die soziokulturelle Szene auf dem Gelände zu gefährden. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsklagen erhalten – Cassiopeia droht bereits nächste Woche die Räumung.

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Als Reaktion darauf zogen Demonstranten auf den Kurfürstendamm. Dutzende versammelten sich mit Livemusik und Reden und skandierten unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben!“

Der Konflikt dreht sich um die Frage, wie neuer Wohnraum und der Erhalt der kulturellen Stätten in Einklang gebracht werden können. Die Kurth Group beharrt auf ihren Bedingungen für eine Weiterführung der Gespräche. Ohne eine Einigung bleiben die lebendige Gemeinschaft und die historischen Hallen des RAW-Geländes weiter bedroht.

Quelle