04 May 2026, 12:04

"Radikal Jung" feiert 20. Jubiläum mit rebellischem Theater und frischen Stimmen

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

"Radikal Jung" feiert 20. Jubiläum mit rebellischem Theater und frischen Stimmen

Münchens Volkstheater zeigt die 20. Ausgabe von Radikal Jung

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Münchner Volkstheater ist Gastgeber der 20. Ausgabe von Radikal Jung, einem Festival, das mutigem, aufstrebendem Talent gewidmet ist. Das diesjährige Programm präsentiert ausschließlich Arbeiten junger Regisseur:innen und verbindet frische Interpretationen mit experimentellen Formen. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einer markanten Neuinszenierung von Antigone, die durch die Linse moderner politischer Kämpfe und feministischen Widerstands neu gedacht wird.

Den Auftakt macht die Antigone des georgischen Regisseurs Mikheil Charkviani – eine Produktion, die antiken Mythos mit heutigen Protestbewegungen verschmilzt. Kreons Tyrannei spiegelt autoritäre Herrschaft wider, während Polizeigewalt in der Inszenierung nachhallt. Anfangs subversiv, verschiebt sich die Aufführung von kollektivem Aufbegehren hin zu vertrauten, überzeichneten Fantasien und verwischt so die Grenze zwischen echter Ekstase und erzwungener Konformität.

Unter den zwölf ausgewählten Stücken setzte eine fünfköpfige Jury auf neuartige Adaptionen und klassische Texte statt auf zeitgenössische Stücke. Mit dabei sind Beiträge des Berliner Maxim-Gorki-Theaters und des Volkstheaters selbst, was für eine Mischung aus etablierten Häusern und neuen Stimmen sorgt. Ein Highlight ist Unruhe von Group Crisis, ein interaktives Stück, inspiriert von der mittelalterlichen Tanzwut. Hier wird das Publikum Teil der Aufführung und durchbricht die Trennung zwischen Zuschauer:innen und Akteur:innen.

Die anhaltende Faszination des Festivals liegt in seinem Widerstand gegen Isolation und der Förderung eines Gemeinschaftsgefühls. Indem es junge Künstler:innen und kollektive Erlebnisse in den Vordergrund stellt, bewahrt Radikal Jung auch nach zwei Jahrzehnten seinen radikalen Geist.

Die diesjährige Ausgabe von Radikal Jung präsentiert ein Programm, das traditionelles Theater herausfordert – von neu interpretierten Klassikern bis hin zu immersiven Experimenten. Der Fokus auf jugendliche Kreativität und geteilte Teilhabe macht das Festival weiterhin einzigartig. Mit Produktionen wie Charkvianis Antigone und Unruhe von Group Crisis bleibt es eine Plattform für kühne, grenzüberschreitende Arbeiten.

Quelle