03 March 2026, 00:47

Präzedenzurteil: Wie der Marktwert eines Hofes vor Gericht durchsetzt

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung einer Farm in einem Feld, umgeben von Häusern, Bäumen und einem Himmel, mit der Aufschrift "Surgensburg, Deutschland - Landschaft einer Farm".

Präzedenzurteil: Wie der Marktwert eines Hofes vor Gericht durchsetzt

Ein Antrag eines Landwirts auf Streichung der Hofeigenschaft nach der Höfeordnung hat zu einem Rechtsstreit über die Berechnung des Verfahrenswerts geführt. Der Fall gelangte vor das Oberlandesgericht, nachdem untere Behörden und der Landesrechnungshof zu unterschiedlichen Bewertungen gekommen waren. Das nun ergangene Urteil setzt einen Präzedenzfall für künftige ähnliche Fälle.

Der Streit begann, als das örtliche Amtsgericht den Verfahrenswert auf 14.000 Euro festsetzte – basierend auf dem Marktwert des Hofes. Diese Bewertung wurde vom Landesrechnungshof angefochten, der darauf bestand, der korrekte Wert liege bei 185.400 Euro. Die ursprüngliche Einschätzung habe den tatsächlichen Wert des Anwesens demnach deutlich unterschätzt.

Das Oberlandesgericht prüfte den Fall und erkannte die Beschwerde des Rechnungshofs zwar als zulässig an, wies sie jedoch letztlich ab. Die Richter urteilten, dass gemäß § 36 des Gerichts- und Notarkostengesetzes der Verfahrenswert den Marktwert widerspiegeln müsse – und nicht den Einheitswert (steuerlichen Einheitswert). Zudem verwiesen sie darauf, dass in bestimmten Fällen mit dem Grundstück verbundene Verbindlichkeiten von diesem Betrag abgezogen werden könnten.

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Aktuelle Urteile anderer Oberlandesgerichte stützen zunehmend den Marktwert als Berechnungsgrundlage. Während einige Gerichte, wie das OLG Oldenburg, weiterhin den Einheitswert befürworten, hat sich der Trend gewandelt. Das OLG Hamm, das OLG München und das OLG Karlsruhe haben in den vergangenen fünf Jahren in vergleichbaren Fällen marktbasierte Bewertungen unterstützt.

Zur Beilegung des Streits einigte sich das Gericht auf einen Kompromisswert von 81.285 Euro. Die Entscheidung spiegelt die anhaltende juristische Debatte wider, folgt aber der wachsenden Tendenz, den Marktwert in solchen Verfahren zugrunde zu legen.

Mit dem Urteil des Oberlandesgerichts wird der Verfahrenswert auf 81.285 Euro festgesetzt und der Streit zwischen dem Landwirt und dem Landesrechnungshof beendet. Das Ergebnis unterstreicht die rechtliche Entwicklung hin zu marktorientierten Bewertungen in Fällen zur Hofeigenschaft. Künftige Urteile werden voraussichtlich diesem Ansatz folgen – sofern keine neuen rechtlichen Argumente vorgebracht werden.