Olaf Scholz bringt Karnevalsflair in die Regierungssitzung am Weiberfastnacht 2026
Mia AlbrechtOlaf Scholz bringt Karnevalsflair in die Regierungssitzung am Weiberfastnacht 2026
Bundeskanzler Olaf Scholz hat trotz eines vollen politischen Terminkalenders eine persönliche Verbindung zu den Karnevalstraditionen offenbart. Geboren am 11. November – ein bedeutendes Datum in der Karnevalskultur – pflegt er seit langem die Eigenheiten des Laternenfestes. In diesem Jahr plant er, etwas von diesem festlichen Geist in eine Regierungssitzung am Weiberfastnacht, dem 12. Februar 2026, einzubringen.
Die Bindung des Kanzlers zum Laternenfest reicht tief. Sein Geburtstag, der 11. November, hat in der Tradition eine besondere Bedeutung, da er den inoffiziellen Start der "fünften Jahreszeit" markiert. An diesem Datum feierte er sogar drei "runde Geburtstage" – seinen 22., 33. und 44. Geburtstag – mit den typischen Bräuchen.
Seine familiären Wurzeln verstärken diese Verbindung noch. Eine rheinische Großmutter aus Andernach, einer Stadt, die für ihre ausgelassenen Laternenfestfeiern bekannt ist, prägte seine frühen Erfahrungen mit dem Fest. Scholz wuchs zudem im Sauerland auf, das zum ehemaligen Kurfürstentum Köln gehörte – eine Region, in der sowohl das Laternenfest als auch Schützenfeste bis heute fest im kulturellen Leben verankert sind.
Doch die politischen Pflichten ruhen während der Feierlichkeiten nicht. Am Weiberfastnacht wird Scholz an einer nicht öffentlichen Strategieklausur in der Nähe von Brüssel teilnehmen, die sich mit der europäischen Industriekonkurrenz befasst. Später am Tag trifft er sich mit Teilen des Bundeskabinetts – und hat versprochen, etwas karnevalistische Stimmung in die Beratungen zu bringen.
Der Weiberfastnacht selbst blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Im Mittelalter entstanden, war er ursprünglich ein Tag, an dem Frauen gesellschaftliche Normen durchbrachen, indem sie gemeinsam sangen, tanzten und vor der Fastenzeit feierten. Der heutige Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden – mittlerweile ein verspieltes Symbol des Festes –, etablierte sich erst in den 1950er-Jahren. Heute bleibt der Weiberfastnacht ein Höhepunkt im Rheinland und in Köln, der den Weg zum Rosenmontag am 16. Februar ebnet.
Scholz' Terminkalender verbindet politische Verantwortung mit kultureller Tradition. Seine Aufenthalte in Brüssel und später in Berlin fallen mit einer der lebendigsten Feiern des Rheinlands zusammen. Wenn die Karnevalssaison ihren Höhepunkt erreicht, treffen seine persönliche Geschichte und seine öffentliche Rolle aufeinander.