Ohligs City Ring spaltet Solingen: 50 Millionen für mehr Verkehrssicherheit oder teures Prestigeprojekt?
Charlotte KrügerOhligs City Ring spaltet Solingen: 50 Millionen für mehr Verkehrssicherheit oder teures Prestigeprojekt?
Die Debatte um den Ohligs City Ring in Solingen hat sich seit 2020 weiter zugespitzt. Lokale Parteien und Anwohner bleiben gespalten über das 50-Millionen-Euro-Projekt, das die Verkehrssicherheit und den öffentlichen Nahverkehr verbessern soll. Die Grünen betonen, der Plan schaffe sicherere Routen und bessere Busanbindungen – doch der Widerstand anderer Gruppen ist massiv.
Gegner wie CDU, FDP und die Bürgerinitiative "Ohligs gegen City Ring" halten das Vorhaben für zu teuer und umweltschädlich. Proteste, Petitionen und Klagen prägen den Streit, ohne dass bis Anfang 2026 eine Lösung in Sicht ist.
Erstmals an Fahrt aufgenommen hatte der City-Ring-Vorschlag 2020, unterstützt von SPD und Grünen. Sie argumentieren, das Projekt entlaste den Verkehr, optimiere Busverbindungen und schaffe barrierefreie Haltestellen – besonders für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Grünen verweisen zudem auf die Notwendigkeit sicherer Schulwege, etwa um die Rennpatt, wo parkende Autos oft die Sicht versperren und Gefahrenstellen schaffen.
Doch der Widerstand formierte sich schnell. CDU und FDP sowie die Bürgerinitiative kämpfen gegen das Projekt: Sie kritisieren die hohen Kosten, mögliche Umweltschäden und erhöhten Lärm. 2022 und 2023 zogen Demonstrationen Hunderte an, eine Petition mit 5.000 Unterschriften scheiterte im Stadtrat. Seit 2024 verzögern Klagen die Umsetzung.
Alternativkonzepte liegen auf dem Tisch: Die CDU schlug 2021 einen "grünen Ring" vor – ein Grünzug mit Radwegen und Umgehungsstraßen. Die FDP brachte 2023 "intelligente Verkehrsleitung" ins Spiel, die auf digitale Steuerung via Apps und Ampeln statt auf Neubauten setzt. Die Bürgerinitiative präsentierte 2024 "Ohligs verbinden", ein Konzept für fußgängerfreundliche Umgestaltungen bestehender Straßen mit Vorrang für den ÖPNV.
Die Grünen räumen ein, dass Straßenumgestaltungen oft Parkplatzkonflikte auslösen. Sie schlagen Lösungen wie Anwohnerparkscheine oder zeitliche Beschränkungen vor, um die Nachfrage zu regulieren. Ihr Fokus bleibt jedoch auf Barrierefreiheit und Mobilität – ganz im Sinne des verabschiedeten Verkehrsplans des Stadtbezirks. Hilke Barenthien, zweite stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, betont immer wieder die Pflicht der Stadt, sichere Schulwege zu gewährleisten.
Der City Ring bleibt ein Zankapfel in Solingen. Während Befürworter auf mehr Verkehrssicherheit und besseren Nahverkehr pochen, stellen Gegner Kosten und Folgen infrage. Mit laufenden Gerichtsverfahren und Alternativvorschlägen auf dem Tisch ist die Zukunft des Projekts vorerst ungewiss. Eine endgültige Entscheidung des Stadtrats steht noch aus.