NRW setzt neue ökologische Maßstäbe für Freiflächen-Solarparks bis 2040
Charlotte KrügerNRW setzt neue ökologische Maßstäbe für Freiflächen-Solarparks bis 2040
Nordrhein-Westfalen veröffentlicht neue Richtlinien zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solarparks
Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat neue Leitlinien für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Solarparks auf Freiflächen vorgelegt. Die Regeln sollen standardisieren, wie Projektentwickler Ausgleichsmaßnahmen für die Flächeninanspruchnahme berechnen. Der Schritt erfolgt im Zuge des geplanten massiven Ausbaus der Solarenergie in der Region in den kommenden Jahrzehnten.
Das Papier führt ein Punktesystem von null bis fünf für verschiedene Bereiche einer Solaranlage ein. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Bewertung null und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Flächen, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – ebenso wie die Flächen direkt unter den Solarmodulen.
Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen variiert je nach geplanter Nutzung als Lebensraum. Hier reichen die Abzüge von einem halben bis zu einem ganzen Punkt. Um die ökologische Verträglichkeit zu erhöhen, empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern, Modultische, die mindestens 0,8 Meter über dem Boden montiert sind, sowie eine fundamentfreie Bauweise.
Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen kritisiert das neue System. Die Organisation zweifelt die wissenschaftliche Grundlage der Punktvergabe an und hält die Bewertungen für die Flächen unter und zwischen den Modulen für zu niedrig angesetzt.
Aktuell verfügt das Bundesland über eine installierte Photovoltaik-Leistung von 13,21 Gigawatt. Die Pläne sehen einen Ausbau auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 und 50 Gigawatt bis 2040 vor.
Die Richtlinien legen erstmals verbindliche Kriterien fest und sorgen so für eine einheitliche Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Land. Entwickler müssen sich bei der Planung neuer Solarprojekte nun an diese Vorgaben halten. Das System soll den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem ökologischen Schutz in Nordrhein-Westfalen in Einklang bringen.






