07 May 2026, 06:05

NRW-Polizei setzt mit OSINT-Offensive auf digitale Ermittlungsmethoden

Ein Mann mit einem freundlichen Gesichtsausdruck in einem Anzug und Krawatte steht vor einem unscharfen Hintergrund mit Text auf der rechten Seite, der lautet: "Teil des starken Städtenetzwerks zu sein bedeutet, dass ich Zugang zu Wissen und Werkzeugen habe, um gewalttätigen Extremismus in Frage zu stellen."

NRW-Polizei setzt mit OSINT-Offensive auf digitale Ermittlungsmethoden

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem OSINT-Schub aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einer umfassenden Offensive im Bereich Open Source Intelligence (OSINT). Die Initiative umfasst neue Schulungsprogramme, erweiterte Teams und spezialisierte Einheiten zur Überwachung von Online-Bedrohungen. Die Behörden wollen so die Reaktion auf politisch motivierte Straftaten und schnell eskalierende Ereignisse durch die Auswertung öffentlich zugänglicher Daten verbessern.

Der Ausbau begann im September 2024 mit dem Start des Projekts „Digitale Streife“. Im Rahmen dieser Maßnahme wurden zehn neue Beamte beim Landeskriminalamt (LKA) eingestellt, zusätzlich wurden fast 100 weitere Kräfte in sechs regionalen Behörden eingebunden. Das Projekt ist mittlerweile ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie des Landes.

Am LKA in Düsseldorf leitet Fabian Coenen die Abteilung 22.2, ein Team, das sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Zu seinen Mitarbeitern gehört etwa Laura Ellrich, die 2022 in den Staatsschutz wechselte und im Herbst 2025 zur OSINT-Expertin umgeschult wurde. Parallel dazu hat sich die Kölner Einheit unter der Leitung von Swen Schubert zur größten im „Digitale Streife“-Netzwerk entwickelt – mit 16 Fallbearbeitern und zwei zusätzlichen Stellen.

Ein zentraler Pfeiler der Initiative ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder an der Landesakademie für Ausbildung in Neuss, bereitet neue LKA-Anwärter und Beamte auf ihren Einsatz in den „Digitale Streife“-Einheiten vor. Seine Kurse vermitteln Methoden zur Informationsbeschaffung aus sozialen Medien und anderen öffentlich zugänglichen Quellen.

Das OSINT-Team des LKA selbst ist von einst zwei Mitarbeitern auf eine 16köpfige Abteilung angewachsen. Das Team setzt sich mittlerweile aus IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern zusammen – ein Spiegelbild der vielfältigen Kompetenzen, die für die moderne digitale Polizeiarbeit erforderlich sind. Landesweit unterstützen sechs spezialisierte Einheiten mit OSINT-Know-how, insbesondere bei dringlichen Einsätzen im Zusammenhang mit politischen Entwicklungen.

Die OSINT-Offensive markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei Online-Bedrohungen überwacht und darauf reagiert. Mit größeren Teams, gezielter Schulung und behördenübergreifender Zusammenarbeit ist sie nun besser gerüstet, um digitale Aktivitäten mit kriminellem Hintergrund zu verfolgen. Die Veränderungen zeigen auch, wie stark sich die Polizei zunehmend auf öffentlich verfügbare Daten für ihre Ermittlungsarbeit stützt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle