NRW-Landwirte kämpfen mit 30-Prozent-Einkommenssturz und Existenzängsten
Lea KochNRW-Landwirte kämpfen mit 30-Prozent-Einkommenssturz und Existenzängsten
Landwirte in Nordrhein-Westfalen sehen sich im laufenden Geschäftsjahr mit einem drastischen Einkommensrückgang konfrontiert. Wie die Landwirtschaftskammer mitteilt, sind die Erträge im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent eingebrochen. Viele familiengeführte Betriebe kämpfen mittlerweile damit, selbst grundlegende Lebenshaltungskosten zu decken.
Die Landwirtschaftskammer NRW stützt ihre aktuelle Prognose auf die Finanzdaten konventioneller Vollerwerbsbetriebe. Für das Jahr 2025/26 wird ein durchschnittlicher Gewinn von 73.311 Euro erwartet – ein Rückgang gegenüber 103.016 Euro im Vorjahr. Bei Erträgen um die 70.000 Euro können viele Landwirte private Ausgaben kaum bestreiten, von Investitionen ganz zu schweigen.
Noch im vergangenen Jahr hatten die Betriebe rund 130.600 Euro für den privaten Bedarf entnommen. Nun müssen sie ihre geschrumpften Gewinne dehnen, um Lebenshaltungskosten, Steuern und andere Fixkosten zu begleichen. Für Rücklagen oder Reinvestitionen in Maschinen oder Land bleibt nichts übrig.
Die Prognose enthält keine spezifischen Daten zu Ökobetrieben. Allerdings zeigen allgemeine Trends eine steigende Nachfrage nach Bio-Produkten: Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland überstieg 2025 erstmals die 18-Milliarden-Euro-Marke. Trotz dieses Wachstums hält die landwirtschaftliche Produktion nicht Schritt, während die Lebensmittelinflation mit +1,1 Prozent im Februar 2026 vergleichsweise niedrig bleibt.
Die finanzielle Belastung zwingt viele Landwirte, dringend notwendige Modernisierungen oder Erweiterungen aufzuschieben. Mit den niedrigsten Einkommen seit Jahren wächst die Unsicherheit in der Branche. Die Landwirtschaftskammer warnt: Ohne eine Erholung könnte die Existenz zahlreicher Betriebe auf dem Spiel stehen.