Neuer Bischof für Münster steht vor der Tür – Reformdruck und Einheit als Herausforderungen
Charlotte KrügerNeuer Bischof für Münster steht vor der Tür – Reformdruck und Einheit als Herausforderungen
Bistum Münster erhält vor Ostern neuen Bischof – Amtseinführung für den Sommer geplant
Noch vor Ostern soll das Bistum Münster einen neuen Bischof erhalten, die offizielle Amtseinführung ist für den Sommer vorgesehen. Dies folgt auf den Rücktritt von Bischof Felix Genn vor einem Jahr, woraufhin Antonius Hamers die Leitung der mitgliederstärksten Diözese Deutschlands kommissarisch übernahm. Der Auswahlprozess läuft bereits: Papst Franziskus wird in Kürze drei Kandidaten zur Entscheidung vorlegen.
Seit Genns Abgang führt Hamers das Bistum, während auf einen dauerhaften Nachfolger gewartet wird. Als nächster Schritt wird der Vatikan Münster eine Liste mit drei möglichen Bischöfen präsentieren – die genauen Kriterien für die Auswahl bleiben jedoch unklar.
Die Ernennung erfolgt zu einer Zeit wachsender Reformforderungen innerhalb der Kirche. Margarete Kohlmann von der Initiative Maria 2.0 forderte den künftigen Bischof auf, endlich konkrete Schritte für die Rechte von Frauen zu unternehmen: "Es fehlt an Taten. Papier ist geduldig – es steht so viel geschrieben, jetzt brauchen wir Handlungen. Es muss sichtbare, spürbare Veränderung geben." Gleichzeitig betonte Ulrike Overkamp, Obfrau der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, dass die Kirche ihre Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt vereinfachen müsse.
Hamers selbst hatte angeregt, der neue Bischof solle als Brückenbauer wirken und die verschiedenen Strömungen innerhalb der Diözese zusammenführen. Die endgültige Entscheidung trifft das Münsteraner Domkapitel, das einen der drei vom Papst vorgeschlagenen Kandidaten auswählen wird.
Der neue Bischof wird eine Diözese mit den meisten Mitgliedern in ganz Deutschland leiten. Mit seiner Ernennung endet die Übergangsphase unter Hamers' Führung. Beobachter werden genau verfolgen, wie der künftige Bischof die Forderungen nach Reformen und Einheit in der Kirche aufgreift.






