04 February 2026, 20:09

Neue Leitlinien: Warum der PSA-Test Männerleben retten kann

Eine Schwarz-Weiß-MRI-Aufnahme des Abdomens eines Mannes, die sich auf die Prostata konzentriert und detaillierte anatomische Strukturen zeigt.

Wann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - Neue Leitlinien: Warum der PSA-Test Männerleben retten kann

Prostatakrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Männern und ist gleichzeitig die zweit tödlichste. Dennoch meiden viele Männer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die eine frühe Diagnose ermöglichen könnten. Neue Leitlinien empfehlen nun den PSA-Bluttest als primäres Screening-Verfahren – anstelle der körperlichen Untersuchung.

Jahre lang schreckte die digitale rektale Untersuchung viele Männer vor der Prostatavorsorge ab. Mittlerweile raten Ärzte dazu, ab Mitte 40 mit einem PSA-Test zu beginnen. Dieser Basiswert hilft, das individuelle Risiko einzuschätzen und den Rhythmus weiterer Tests festzulegen.

Ein PSA-Wert von 1,5 oder darunter bedeutet, dass die nächste Kontrolle erst in fünf Jahren nötig ist. Liegt der Wert zwischen 1,5 und 3, sollten alle zwei Jahre Nachfolgeuntersuchungen erfolgen. Alles über 3 erfordert eine genauere Abklärung. Auch ein plötzlicher Anstieg des PSA-Spiegels kann auf Krebs hindeuten.

In Deutschland bleibt die Zahl der PSA-Tests seit fünf Jahren stabil oder steigt leicht an. Daten der gesetzlichen Krankenkassen und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigen, dass jährlich etwa 2 bis 3 Millionen dieser Tests durchgeführt werden. Dennoch lässt sich laut Deutscher Krebshilfe nur etwa jeder sechste Mann regelmäßig vom Urologen untersuchen.

Tumore in Blase, Nieren oder Hoden verursachen oft lange keine Beschwerden. Regelmäßige urologische Kontrollen können sie jedoch erkennen, bevor sie sich ausbreiten.

Der Fokus auf den PSA-Test soll die Prostatakrebsvorsorge zugänglicher machen. Früh erkannt, sind die Behandlungschancen bei Prostata- und anderen urologischen Krebsarten deutlich besser. Doch die geringe Teilnahmequote zeigt: Viele Männer verzichten noch immer auf möglicherweise lebensrettende Untersuchungen.