Neue EU-Regel: Banken prüfen ab Oktober Empfängerdaten vor jeder Überweisung
Charlotte KrügerNeue EU-Regel: Banken prüfen ab Oktober Empfängerdaten vor jeder Überweisung
Neue EU-Bankenregel tritt am 9. Oktober in Kraft: "Empfängerprüfung" soll Betrug verhindern
Ab dem 9. Oktober gilt in der gesamten EU eine neue Bankenregelung namens Empfängerprüfung (englisch: Verification of Payee, VoP). Sie verpflichtet Banken, vor der Ausführung von Überweisungen den Namen des Zahlungsempfängers mit der angegebenen IBAN abzugleichen. Ziel der Maßnahme ist es, Betrugsfälle einzudämmen und Verbraucher besser vor finanziellen Verlusten durch Scams zu schützen.
Häufig locken Betrüger ihre Opfer mit gefälschten E-Mails, fingierten Jobangeboten oder durch das Vortäuschen vertrauenswürdiger Kontakte dazu, Geld auf falsche Konten zu überweisen. Sobald die Summe einmal umgelenkt wurde, ist eine Rückerstattung für die Geschädigten oft aussichtslos – eine rechtliche Grauzone erschwert die Erstattung von Geldern in solchen Fällen.
Künftig müssen Banken im Rahmen des VoP-Systems prüfen, ob der Kontoname mit der angegebenen IBAN übereinstimmt. Stimmt alles, wird die Überweisung ausgeführt. Gibt es Abweichungen, erhält der Kunde eine Warnmeldung und kann selbst entscheiden, ob er die Transaktion trotzdem durchführen möchte. Ignoriert er den Hinweis und überweist das Geld dennoch, trägt er die volle persönliche Verantwortung für mögliche Folgen.
Erstattungen durch die Banken gibt es nur dann, wenn Kunden alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen haben und keine Schuld trifft. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin rät zudem zur Vorsicht beim Weitergeben sensibler Kontodaten. Um Verbrauchern den Vergleich von Girokonten zu erleichtern, stellt die Behörde ein Online-Tool bereit, das Kosten und Leistungen von Konten in Deutschland auflistet.
Die VoP-Regelung verlagert mehr Verantwortung auf die Kunden, ihre Zahlungsdaten genau zu prüfen. Banken haften nur noch, wenn Name und IBAN zwar übereinstimmen, das Geld aber dennoch nicht ankommt. Angesichts immer raffinierterer Betrugsmaschen soll das neue System Fehler reduzieren und Gelder schützen, bevor sie überwiesen werden.






