Münsteraner Mieter kämpfen gegen explodierende Heizkosten durch Wärmepumpen-Umrüstung
Lea KochMünsteraner Mieter kämpfen gegen explodierende Heizkosten durch Wärmepumpen-Umrüstung
Mieter in Münster drohen drastische Heizkostensteigerungen nach geplanter Wärmepumpen-Umrüstung
In einem Münsteraner Wohnkomplex müssen Mieter mit stark steigenden Heizkosten rechnen, nachdem ihr Vermieter den Einbau von Wärmepumpen angekündigt hat. Die von der Wohnungsbaugesellschaft LEG eingeleiteten Änderungen würden für manche Haushalte jährliche Mehrkosten in Höhe mehrerer hundert Euro bedeuten. Aufgrund der Bedenken wurden die Modernisierungsarbeiten vorerst ausgestzt.
Ines Rodriguez, eine der betroffenen Mieterinnen, zahlt derzeit 1.680 Euro pro Jahr für ihre gasbetriebene Heizung. Mit dem neuen System würde ihre Rechnung auf 2.486 Euro steigen – ein Plus von 806 Euro jährlich. Der Anstieg ergibt sich aus einem Contracting-Modell mit einer festen monatlichen Gebühr von 140 Euro, die für viele Haushalte kaum tragbar ist.
Die neuen LEG-Gebühren belaufen sich auf 1,80 Euro pro Quadratmeter – deutlich über der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Obergrenze von 0,50 Euro. Allerdings greift diese Begrenzung bei Contracting-Verträgen nicht, sodass Mieter kaum geschützt sind. Zudem können Vermieter eigene Serviceunternehmen gründen, um Wettbewerbsausschreibungen zu umgehen und möglicherweise Gewinne an Konzernmuttergesellschaften abzuführen.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt Contracting zwar als gültiges Modell, betont jedoch, dass die Kostenaufschlüsselung fair und transparent bleiben müsse. Nach einer Untersuchung des NDR, die das Problem aufdeckte, stoppte LEG die Modernisierungspläne in Münster vorläufig. Experten raten Mietern bundesweit, gegen überzogene Preiserhöhungen vorzugehen, während gasbetriebene Heizungen durch dezentrale Wärmepumpen ersetzt werden.
Die Pause in Münster verschafft den Mietern zwar eine kurze Atempause, doch langfristige Lösungen sind noch nicht in Sicht. Da viele Mietobjekte auf Wärmepumpen umgestellt werden, könnten die Bewohner weiterhin mit drastischen Kostenerhöhungen konfrontiert sein – es sei denn, die Regulierung wird verschärft. Der Fall zeigt die Kluft zwischen den Zielen der Energiewende und der Bezahlbarkeit für Mieter auf.






