Mönchengladbach wappnet sich gegen drohenden Groß-Stromausfall und seine Folgen
Mia AlbrechtMönchengladbach wappnet sich gegen drohenden Groß-Stromausfall und seine Folgen
Großer Stromausfall könnte Mönchengladbach lahmlegen
Ein flächendeckender Stromausfall könnte das öffentliche Leben in Mönchengladbach zum Erliegen bringen und den Alltag massiv stören. Ampeln, Züge, Geldautomaten und sogar Tankstellen sind auf Strom angewiesen – ein Blackout würde Haushalte schutzlos zurücklassen. Behörden warnen, dass keine Stadt vollständig vor gezielten Angriffen oder technischen Pannen geschützt ist.
In den vergangenen Jahren kam es in Großstädten wie Berlin, Hamburg und Köln wiederholt zu Stromausfällen, verursacht durch Umspannwerksstörungen, Kabeldefekte oder überlastete Verteilnetze. Mönchengladbach hat gemeinsam mit dem lokalen Netzbetreiber NEW Netz Maßnahmen ergriffen, um die Risiken zu verringern. Dazu zählen die Segmentierung des Netzes, Redundanzen in den Mittelspannungsringen sowie Modernisierungen an Umspannstationen. Verbesserte Steuerungstechnik und Notfallpläne sollen Krankenhäuser, Leitstellen und Verkehrsknotenpunkte absichern.
Trotz dieser Bemühungen räumt Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul ein, dass ein großflächiger Stromausfall nicht ausgeschlossen werden kann. NEW Netz und Westnetz bestätigen, dass sie keine absolute Sicherheit gegen vorsätzliche Angriffe garantieren können. Der geplante KRITIS-Dachgesetz-Entwurf soll den Schutz kritischer Infrastrukturen stärken, ist aber noch nicht in Kraft getreten. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich auf mögliche Blackouts vorzubereiten.
Das Verbraucherzentrum Mönchengladbach empfiehlt, Taschenlampen, Batterien, Kerzen und haltbare Lebensmittel vorrätig zu halten. Auch ein gut bestückter Erste-Hilfe-Kasten, Bargeldreserven und ein batteriebetriebenes Radio sollten griffbereit sein. Bei einem Stromausfall rät die Feuerwehr, warme Kleidung zu tragen, einfache Mahlzeiten im Freien zuzubereiten und notfalls Notrufstationen aufzusuchen. Die Mönchengladbacher Feuerwehr verfügt über ein "Energie-Modul" für Krisenfälle: Ein Spezialfahrzeug mit Elektroausrüstung und einem 250-kVA-Notstromaggregat, das bei Netzausfall vorübergehend kritische Einrichtungen versorgen kann.
Die Stadt hat ihre Vorsorge verbessert, doch Risiken bleiben bestehen. Die Behörden appellieren an die Bürger, sich zu informieren und vorbereitet zu sein. Ein kostenloser Ratgeber mit Checkliste steht auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung.






