Maria Schrader unterstützt Berlinale-Chefin Tuttle in unsicherer Zeit
Charlotte KrügerMaria Schrader zur Berlinale-Leiterin: "Sie ist die Richtige" - Maria Schrader unterstützt Berlinale-Chefin Tuttle in unsicherer Zeit
Die Wiedereröffnung des Cinemaxx Berlin, dem historischen Spielort der Berlinale, stand im Mittelpunkt einer kürzlichen Feier. Die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader nutzte die Veranstaltung, um der Festivalleiterin Tricia Tuttle nachdrücklich ihre Unterstützung auszusprechen. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase der Unsicherheit, denn Tuttles Zukunft hängt von einer anstehenden Sitzung des Aufsichtsrats ab.
Tuttles Führung stand seit der Berlinale 2023 unter scharfer Kritik, als ihre Stellungnahme zur Behandlung pro-palästinensischer Filmemacher für Aufsehen sorgte. Anfangs dominierten Vorwürfe der Politisierung und des Antisemitismus die öffentliche Debatte. Doch 2024 wurde sie zur Co-Direktorin ernannt – ein Schritt, der die polarisierten Diskussionen kaum beruhigte.
Zwischen 2025 und 2026 hielten die Kontroversen um ihre Rolle an. Befürworter verwiesen auf ihre Erfahrung in Cannes und beim British Film Institute (BFI) als Beleg für ihre Kompetenz. Kritiker hingegen zweifelten daran, ob sie künstlerische Freiheit mit politischer Sensibilität in Einklang bringen könne. Proteste, Finanzierungsdrohungen und erbitterte Wortgefechte prägten diese Zeit.
Bei der Feier im Kino Berlin forderte Schrader die Politik auf, die Unabhängigkeit der Berlinale zu wahren. Sie betonte, wie wichtig es sei, die Meinungsfreiheit im Rahmen des Gesetzes zu verteidigen und unterschiedliche Perspektiven auf den Nahostkonflikt zuzulassen. Zugleich bekräftigte sie ihre Unterstützung für Tuttles weitere Amtszeit.
Nun liegt der Ball beim Aufsichtsrat. Seine nächste Sitzung wird nicht nur über Tuttles Position entscheiden, sondern auch die künftige Ausrichtung des Festivals bestimmen.
Tuttle hat bereits erklärt, im Amt bleiben zu wollen. Die Entscheidung des Gremiums wird zeigen, wie die Berlinale den Spagat zwischen künstlerischem Ausdruck und politischen Erwartungen meistern wird. Bis dahin bleibt die Zukunft des Festivals – und Tuttles Rolle darin – ungewiss.






