Maria Kalesnikava erhält den Karlspreis – vier Jahre nach der Auszeichnung
Mia AlbrechtMaria Kalesnikava erhält den Karlspreis – vier Jahre nach der Auszeichnung
Belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava erhält endlich den Karlspreis in Aachen – vier Jahre nach der Verleihung
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat den Internationalen Karlspreis zu Aachen endlich persönlich entgegengenommen – vier Jahre nach der ursprünglichen Auszeichnung. Die feierliche Übergabe fand nach ihrer Freilassung aus der Haft in Belarus und ihrer anschließenden Übersiedlung nach Deutschland statt. Der Preis würdigt ihren Einsatz für Demokratie und die europäische Einheit.
Kalesnikava war der Karlspreis bereits 2021 zuerkannt worden, konnte ihn damals jedoch aufgrund ihrer Inhaftierung in Belarus nicht entgegennehmen. Im Gefängnis erfuhr sie erst später von der Ehrung und bezeichnete sie als ein starkes Zeichen europäischer Solidarität. Erst vor wenigen Monaten kam sie frei und konnte nach Deutschland umziehen.
Die Auszeichnung habe ihr "grenzenlose Freude" bereitet, betonte sie – besonders, weil sie den Moment mit ihrer Familie teilen konnte. Dennoch denke sie täglich an ihre Zeit im Gefängnis zurück, wo noch immer viele Freunde inhaftiert seien. Die Menschenrechtsorganisation Wjasna zählt über 1.000 politische Gefangene in Belarus, andere Schätzungen gehen von mehr als 1.150 Betroffenen aus.
Gemeinsam mit Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja setzt sich Kalesnikava weiterhin für ein demokratisches Belarus ein. Trotz aller Repression bleibt sie hoffnungsvoll und appelliert an die europäischen Regierungen, exilierte Belarussen sowie die Opposition im Land zu unterstützen, die sich weiterhin gegen die Diktatur stellt. Während ihres Besuchs lobte sie zudem Aachen dafür, sein historisches Erbe für kommende Generationen zu bewahren.
Der Karlspreis ehrt offiziell Kalesnikawas unermüdlichen Einsatz für demokratische Rechte und europäische Werte. Obwohl sie nun in Deutschland lebt, kämpft sie weiter für ein freies Belarus. Die Preisverleihung lenkte zugleich die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Unterdrückung in ihrer Heimat und die Dringlichkeit internationaler Unterstützung.