Lissabons "radikaler Touristenplan" entpuppt sich als genialer Aprilscherz
Theo SchulteLissabons "radikaler Touristenplan" entpuppt sich als genialer Aprilscherz
Lissabon kündigt scheinbar radikalen Plan für überlaufene Aussichtspunkte an – doch es ist ein Aprilscherz
Lissabon hat einen mutigen neuen Plan zur Regulierung seiner beliebtesten Aussichtspunkte angekündigt. Ab Mai sollten Drehkreuze und Zeitlimits eingeführt werden, um das "Sonnenuntergangs-Camping" zu unterbinden und die Menschenmassen zu kontrollieren. Das unter dem Namen TOEEC vorgestellte Konzept sah Bußgelder und ein Ticket-System vor – doch wie sich herausstellte, handelte es sich um einen Aprilscherz des Portals Lisboa Secreta.
Der Scherz behauptete, sieben gefragte Aussichtspunkte wie der Miradouro da Senhora do Monte oder der Miradouro das Amoreiras würden mit Glaskontrollgängen und strengen Zeitbegrenzungen ausgestattet. Weniger frequentierte Orte wie der Miradouro de Santa Catarina sollten stattdessen bessere Beschilderung, zusätzliche Mülleimer und eine verbesserte Beleuchtung erhalten.
Laut den erfundenen Regeln hätten Besucher bei Überschreitung der erlaubten Zeit ein Bußgeld von 15 Euro zahlen müssen. Einheimische mit Steuerregistrierung in historischen Stadtteilen wäre ein "Grüner-Bereich-Privileg" zugesichert worden – sie hätten sich anstellen können und ihre Besuchszeit auf 20 Minuten verlängern dürfen. Auch Ampelsignale zur Besucherlenkung und ein Ticketsystem gehörten zur Fiktion.
Der Pilotversuch sollte angeblich heute, am 1. April, an vier zentralen Aussichtspunkten starten: Graça, Senhora do Monte, Santa Catarina (Adamastor) und São Pedro de Alcântara. Die Einnahmen aus der erfundenen TOEEC-Steuer wären angeblich für die tägliche Reinigung der technisch aufgerüsteten Standorte vorgesehen gewesen.
Die Reaktionen in der Stadt fielen gemischt aus: Einige unterstützten die Idee einer besseren Besucherlenkung, andere hielten sie für undurchführbar – ohne zu ahnen, dass es sich um einen Streich handelte. Die Ankündigung löste eine Debatte aus, bevor Lisboa Secreta den Scherz aufklärte. Weder Drehkreuze noch Bußgelder oder Zeitlimits werden tatsächlich eingeführt. Doch der Aprilscherz lenkte die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Diskussion über den Umgang mit dem Touristenandrang an Lissabons beliebtesten Orten.






