Linken-Politikerin bricht Tabu: "So erlebte ich sexualisierte Gewalt"
Theo SchulteMP Berichtet Über Ihre Erfahrung in Tränen - Linken-Politikerin bricht Tabu: "So erlebte ich sexualisierte Gewalt"
Die Linken-Abgeordnete Kathrin Gebel hat in einer Bundestagsdebatte über Gewalt gegen Frauen offen über ihre eigenen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gesprochen. Ihre emotionale Rede fand Anerkennung bei Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour, der dem Parlament dafür dankte, ihr diese Plattform geboten zu haben. Gebel wies zudem auf systemische Versäumnisse bei der Aufarbeitung solcher Fälle in Deutschland hin.
Gebel war 17 Jahre alt, als sie von einer Person, die an ihrer Schule arbeitete, in eine Wohnung gelockt wurde. Sie schilderte, wie sie dort zurückgelassen wurde und nicht nach Hause kam – eine Erfahrung, die sie nutzte, um die Schutzlosigkeit von Opfern zu verdeutlichen.
In ihrer Rede bezog sie sich auf den Fall Jeffrey Epstein und dessen Missbrauchsnetzwerk, zu dem drei Millionen Akten gehören. Sie kritisierte, dass Deutschland keine dieser Akten untersucht habe, obwohl möglicherweise auch deutsche Opfer betroffen sein könnten.
Die Politikerin unterstützte Forderungen eines Verbands von Überlebenden sexualisierter Gewalt. Sie forderte mehr öffentliche Aufklärung, schärfere Strafen für Täter und bessere Unterstützung für Betroffene. Viele Fälle in Deutschland, so Gebel, würden ohne ausreichende Ermittlungen eingestellt.
Ihre Rede hat die Debatte über Defizite im Umgang mit sexualisierter Gewalt in Deutschland neu entfacht. Bisher gibt es keine bekannten offiziellen Untersuchungen zu den Epstein-Akten, und Verbindungen zu deutschen Opfern wurden nicht nachgewiesen. Gebels Appelle an Reformen setzen die Behörden nun unter Druck, konsequenter zu handeln.






