Laumann warnt vor Apothekensterben durch neue Gesetzespläne des Bundes
Lea KochLaumann warnt vor Apothekensterben durch neue Gesetzespläne des Bundes
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat den aktuellen Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes scharf kritisiert. Der Politiker, der seit 2017 das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen leitet, warnte, dass die geplanten Änderungen die Existenz lokaler Apotheken gefährden könnten. Seine Bedenken äußert er kurz vor einer entscheidenden Bundesratsdebatte am Freitag, in der die Länder über den Gesetzesentwurf beraten werden.
Laumanns Hauptkritik richtet sich gegen die geplante Lockerung der Vorschriften für Filialapotheken. Er befürchtet, dass dadurch große Ketten den Markt dominieren könnten, und verweist auf den Zusammenbruch der Drogeriemarktkette Schlecker als abschreckendes Beispiel. Stattdessen plädiert er dafür, Apotheken dezentral zu halten, um die flächendeckende Arzneimittelversorgung im Land zu sichern.
Der Minister lehnte zudem das Modell fester Vergütungssätze für Apotheker ab. Er besteht darauf, dass die Bezahlung verhandelbar bleiben muss, und fordert eine einheitliche Regelung in allen Bundesländern und Apothekerkammern. Nordrhein-Westfalens Vorschlag sieht vor, dieses verhandelbare Element im fünften Buch des Sozialgesetzbuchs zu verankern. Ein weiterer zentraler Punkt ist mehr Transparenz bei Versandapotheken: Laumann verlangt, dass das Gesetz klar regelt, welche ausländische Apotheke Rezeptbestellungen ausführt. Zudem unterstützt er eine Vereinfachung der Apothekenbetriebsordnung, um einzelnen Apothekern mehr Spielraum für ihr Unternehmen zu geben. Vor allem aber betont er, wie wichtig es ist, am Prinzip der persönlichen Leitung durch Apotheker festzuhalten – also dass Apotheken in deren Eigentum bleiben und von ihnen geführt werden.
Der Bundesrat wird diese Einwände nun in die Beratungen über das Apothekenversorgungsstärkungsgesetz einbeziehen. Laumanns Forderungen nach fairer Vergütung, strengeren Kontrollen für Versandapotheken und besserem Schutz für unabhängige Apotheken werden die Diskussion prägen. Das Ergebnis könnte maßgeblich bestimmen, wie Apotheken in Deutschland in den kommenden Jahren arbeiten werden.