18 January 2026, 22:35

Landwirte in NRW setzen auf Fernwärme – und investieren Millionen in innovative Projekte

Eine alte Werbung für Cornell & Hurbert Stove Manufacturers, die einen Ofen mit Text darauf zeigt.

Landwirte in NRW setzen auf Fernwärme – und investieren Millionen in innovative Projekte

In Nordrhein-Westfalen nehmen zwei ehrgeizige Fernwärmeprojekte Gestalt an. In Bocholt haben drei Landwirte ein Pilotnetz in Betrieb genommen, das Haushalte und Betriebe mit Wärme und Strom aus ihren Biogasanlagen versorgt. Gleichzeitig investiert der Landwirt Johannes Miermann im nahegelegenen Bottrop 3,5 Millionen Euro in den Aufbau eines ähnlichen Systems – von Grund auf neu.

Die Bocholter Landwirte haben mit dem örtlichen Stadtwerk einen Zehnjahresvertrag abgeschlossen, der ihrem Projekt finanzielle Planungssicherheit gibt. Ihr Biogas-Projekt läuft bereits im Probebetrieb und soll in Kürze ausgebaut werden.

Für Miermann war der Weg deutlich länger. Über ein Jahr verhandelte er mit Banken, beantragte Fördermittel und holte Baugenehmigungen ein. Sein Netz soll mindestens 500 Haushalte versorgen; die Bauarbeiten laufen nach Plan. Um die Investition rentabel zu gestalten, wirbt er gezielt große Abnehmer wie eine Kirche, ein Krankenhaus und kommunale Einrichtungen an.

Beide Projekte wurden kürzlich in einem Beitrag der WDR Lokalzeit LandSchafft unter dem Titel „Vom Hof ins Haus: Landwirt investiert 3,5 Millionen in Fernwärme“ vorgestellt. Der Bericht zeigt die Herausforderungen und das Potenzial von bäuerlichen Energieinitiativen auf.

Der Erfolg dieser Netze steht und fällt mit der Frage, ob genug Kunden gewonnen werden können, um die hohen Kosten zu rechtfertigen. Hält die Nachfrage an, könnten die Projekte jahrelang stabil und regional erzeugte Wärme liefern. Die Bemühungen der Landwirte markieren einen wichtigen Schritt hin zu einer dezentralen Energieversorgung in der Region.