03 March 2026, 20:42

Kölns Sicherheitsdebatte: Warum der FC Köln jetzt mitdiskutiert

Ein Plakat mit der Aufschrift "The Bipartisan Safer Communities Act" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, mit einer Grafik einer Person in einem blauen Hemd mit ausgestreckten Armen und entschlossener Miene.

Kölns Sicherheitsdebatte: Warum der FC Köln jetzt mitdiskutiert

Eine neue Kampagne in Köln stellt die Frage: Was bedeutet Sicherheit in der Stadt? FC Köln ist Teil der Diskussion.

Unter dem Motto "Sicherheit für alle" hinterfragt die Initiative, ob mehr Polizeipräsenz und Überwachung tatsächlich für mehr Schutz sorgen. Stattdessen setzt die Gruppe auf ein Modell, das soziale Sicherheit und Vertrauen unter den Bewohner:innen in den Mittelpunkt stellt.

Die Kampagne formierte sich als Reaktion auf den Masterplan Kommunale Sicherheit, den Köln 2024 vorlegte. Dieser zielt besonders auf Stadtteile wie Kalk und Ehrenfeld ab, die oft pauschal als "Kriminalitätsschwerpunkte" gebrandmarkt werden. Kritiker:innen werfen dem Plan vor, er stigmatisiere migrantische Communities und obdachlose Menschen und diene als Rechtfertigung für vermehrte Razzien in Betrieben mit migrantischen Inhaber:innen.

Die Überwachung in der Stadt wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut: Rund 220 feste Kameras sind im gesamten Stadtgebiet installiert – allein 106 in Köln. Zu den jüngsten Ergänzungen zählen acht Kameras in den Kleingärten der Anlage Neuenhof sowie zwei Geschwindigkeitsmessgeräte auf der Zoobrücke. Viele Anwohner:innen befürchten, dass diese Systeme bald mit KI-gestützter Gesichtserkennung arbeiten könnten.

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Die Initiative zieht eine direkte Parallele zwischen Kölns Sicherheitspolitik und dem rassistischen Anschlag von Hanau 2020. Bei einer Gedenkveranstaltung wies der Kampagnenaktivist Cuso Ehrich auf Ähnlichkeiten hin, wie in beiden Städten migrantisch geprägte Viertel polizeilich überwacht werden. Die Gruppe argumentiert, dass weder Kameras noch Polizeikontrollen den Anschlag in Hanau hätten verhindern können – und Köln damit auch nicht sicherer machen würden.

Elia Lorber, eine weitere Organisatorin, kritisiert, dass die Politik zu sehr auf die Kontrolle von migrantischen und Arbeiter:innenvierteln fixiert sei. Statt auf Überwachung setzt die Kampagne auf Sicherheit durch soziale Unterstützung und vertrauensvolle Nachbarschaften.

"Sicherheit für alle" bleibt eine lautstarke Gegenstimme zu Kölns Sicherheitsstrategie – insbesondere in Kalk. Die Initiative fordert einen Kurswechsel: weg von repressiver Polizeipräsenz, hin zu sozialen Programmen, die die Ursachen von Unsicherheit bekämpfen. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Stadt ihr Kameranetz weiter ausbaut und den Fokus auf migrantische Communities behält.