Klöckner & Co wechselt für 80 Prozent Aufschlag in US-Besitz
Der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co steht vor einer Übernahme durch den US-Konzern Worthington Steel mit Sitz in Ohio und wird damit in amerikanischen Besitz übergehen. Die im Januar 2026 bekannt gegebene Transaktion bewertet die Klöckner-Aktien mit je 11 Euro – ein Aufschlag von 80 Prozent gegenüber dem Kurs Anfang Dezember 2025. Die endgültige Abwicklung des Deals wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Worthington Steel hatte zunächst Schwierigkeiten, die notwendige Mehrheit der Anteile zu erwerben, und hielt bis zum ursprünglichen Stichtag nur 56,9 Prozent. Um die Übernahme voranzutreiben, senkte das Unternehmen die Annahmegrenze auf 57,5 Prozent und verlängerte die Angebotsfrist. Dennoch bleibt Klöckner & Co vorerst als eigenständige Tochtergesellschaft erhalten, behält seinen Hauptsitz in Düsseldorf und bleibt bis zum Abschluss der Übernahme im deutschen SDAX-Index notiert.
Die Fusionsvereinbarung garantiert, dass es vorerst keine Entlassungen oder Standortschließungen geben wird. Die rund 6.500 Mitarbeiter weltweit behalten ihre Arbeitsplätze, allerdings plant das Unternehmen, seine Tochtergesellschaft Becker Group zu veräußern, die im Ruhrgebiet 650 Menschen beschäftigt. Die Finanzzahlen für 2025 zeigen ein gemischtes Bild: Während der Umsatz um 4 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro sank, stieg der operative Gewinn um 25 Prozent. Dennoch verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 53 Millionen Euro.
Mit dem Abschluss der Übernahme wechselt Klöckner & Co in US-Besitz, behält jedoch seine europäischen Aktivitäten bei. Die Unternehmensführung und die Belegschaft bleiben weitgehend unverändert, doch der Verkauf der Becker Group könnte die Präsenz in Deutschland neu gestalten. Die finale Abwicklung des Deals hängt davon ab, ob in den kommenden Monaten die angepasste Zustimmungsgrenze der Aktionäre erreicht wird.






