16 March 2026, 16:08

Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt ungebrochen

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und einem Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt ungebrochen

Weniger Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen – doch der Mitgliederschwund hält an

In Nordrhein-Westfalen haben 2025 weniger Menschen die katholische Kirche verlassen als in den Vorjahren. Die Zahl der Austritte sank von 86.946 im Jahr 2024 auf 83.440 – ein Rückgang um rund 3.500. Dennoch schrumpft die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiter: von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen.

Das Erzbistum Köln meldete leichte Verbesserungen in einigen Bereichen. Die Zahl der Erwachsenentaufen und der Gottesdienstbesucher stieg, was Kirchenvertretern Anlass zu vorsichtigem Optimismus gibt. Generalvikar Guido Assmann betonte diese Entwicklungen als "ermutigende Signale".

Doch der Mitgliederschwund bleibt ein zentrales Problem. Sterbefälle und Austritte übersteigen nach wie vor die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen in der Region. Der langfristige Trend sinkender Gemeinschaften setzt sich fort – selbst wenn weniger Menschen formal austreten.

Nicht alle teilen die zuversichtliche Einschätzung der Kirche. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die gemeldeten Fortschritte als bloße "Kosmetik". Er warnte, dass grundlegende Probleme wie das wachsende Misstrauen gegenüber der Institution weiterhin ungelöst seien.

Auch die evangelische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnete weniger Austritte: 2025 verließen 152.783 Menschen die Gemeinde – nach 160.469 im Vorjahr. Doch ähnlich wie die katholische Kirche kämpft sie mit langfristigen Herausforderungen, Mitglieder zu halten.

Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnet zwar einen leichten Rückgang der Austritte sowie kleine Zuwächse bei Taufen und Gottesdienstbesuch. Angesichts des anhaltenden Mitgliederschwunds bleibt die Gesamtlage jedoch ungewiss. Kirchenvertreter räumen ein, dass weitere Maßnahmen nötig sind, um die tieferliegenden Probleme anzugehen.

Quelle