16 April 2026, 04:05

KI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder überforderter Reformversuch?

Whiteboard mit "Lernen Ernstnehmen" geschrieben, begleitet von Zeichnungen von Menschen, Papieren und anderen Gegenständen.

KI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder überforderter Reformversuch?

Ein neuer Vorschlag zielt darauf ab, den Umgang mit künstlicher Intelligenz an deutschen Schulen grundlegend zu reformieren. Demnach soll jede Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten erhalten, der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern berät. Gleichzeitig wachsen die Bedenken hinsichtlich der Lehrerausbildung: Studierende in pädagogischen Studiengängen fühlen sich schlecht auf die realen Herausforderungen im Klassenzimmer vorbereitet.

Unabhängig davon sind die Ausbildungsquoten in der frühkindlichen Betreuung gesunken – mit Bayern als Schlusslicht im bundesweiten Vergleich.

Der Vorschlag definiert klare Aufgaben für die KI-Beauftragten an Schulen. Als Beamte oder Beamtinnen sollten sie Grundlagen, Risiken und Chancen von KI datenschutzkonform und lernergerecht vermitteln. Zu ihren Aufgaben gehörten die Konzeption interner Fortbildungen, die Planung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten, die Erprobung neuer Prüfungsformate sowie die Organisation von Informationsveranstaltungen für Eltern.

Die Fragen des Datenschutzes und der Kosten hängen davon ab, wer die KI-Werkzeuge bereitstellt: Stellt das Land sie zur Verfügung, übernimmt es auch die Verantwortung. Entscheiden sich Lehrkräfte für eigene große Sprachmodelle (KI-Sprachmodelle), tragen sie die Kosten und müssen die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sicherstellen. Der Plan lehnt zudem Selbstlernkurse für Lehrkräfte ab und bezeichnet sie als unpraktikabel. Stattdessen argumentiert er, dass Pädagoginnen und Pädagogen ihre Dienstzeit nicht für individuelle Weiterbildung aufwenden sollten.

Der freiwillige Einsatz von KI-Sprachmodellen in bestimmten Unterrichtsphasen wird hingegen befördert. Das Ministerium strebt einen strukturierten Ansatz für KI in der Bildung an, während der Bundeselternrat weitergehende Reformen fordert, um veraltete Schulsysteme zu modernisieren.

Unterdessen berichten angehende Lehrkräfte, sie fühlten sich unzureichend auf den Schulalltag vorbereitet. Viele kritisieren, dass die Studieninhalte zu theorielastig seien und praktische Fähigkeiten zu kurz kämen. Diese Sorgen gewinnen an Brisanz, da Schulen gleichzeitig mit neuen technologischen Anforderungen konfrontiert sind.

Auch in der frühkindlichen Bildung hat die berufliche Ausbildung nachgelassen – besonders in Bayern. Der Freistaat verzeichnet mittlerweile die niedrigste Quote bundesweit, was Fragen nach der Qualität der frühkindlichen Betreuung aufwirft.

Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, würden KI-Beauftragte an Schulen Fortbildungen leiten und die Unterrichtsplanung mitgestalten. Je nach Anbieter der KI-Tools verschöbe sich dabei die Verantwortung für Datenschutz und Kosten. Lehrkräfte müssten keine verpflichtenden Selbstlernkurse absolvieren, könnten KI aber freiwillig in ausgewählten Unterrichtseinheiten einsetzen.

Die aktuelle Debatte zeigt insgesamt, wie groß die Lücken in der Lehrerausbildung sind und wie die berufliche Qualifikation in Kitas zurückgeht. Beide Themen könnten die zukünftige Bildungspolitik in Deutschland maßgeblich prägen.

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