07 April 2026, 20:06

Kerpen sperrt "Sündenwald" in Manheim – Räumung steht unmittelbar bevor

Eine Gruppe von Menschen geht einen Waldweg entlang, einige tragen Taschen und einer hält ein Schild mit einem Personenbild, mit Stufen und Bäumen im Hintergrund.

Kerpen sperrt "Sündenwald" in Manheim – Räumung steht unmittelbar bevor

Kerpen verbietet ab 1. Oktober Zutritt zum "Sündenwald" in Manheim – Inkrafttreten am 6. Oktober um Mitternacht

Die Stadt Kerpen hat den Zugang zum sogenannten "Sündenwald" in Manheim ab dem 1. Oktober untersagt; die Regelung tritt am 6. Oktober um Mitternacht in Kraft. Der Schritt erfolgt kurz vor der bevorstehenden Rodung des letzten verbliebenen ein Hektar großen Waldstücks, das für seine Vergangenheit als Treffpunkt bekannt ist. Der Energiekonzern RWE plant, das Gelände in Kürze vollständig zu räumen.

Sein Name "Sündenwald" rührt von der Geschichte des Ortes her, der lange als Ort für heimliche Zusammenkünfte diente – mit Trinkgelagen, Drogenkonsum und anderen Begegnungen. 2024 besetzten Aktivist:innen Baumhäuser, um die Abholzung zu blockieren, und verzögerten so die Pläne. Nun ist nur noch ein kleines Stück des Waldes übrig, in dem sich weiterhin etwa fünf bis zehn Menschen in provisorischen Unterkünften aufhalten.

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Das neue Verbot untersagt allen externen Personen den Zutritt, bis die Räumung abgeschlossen ist. RWE, dem der Großteil des umliegenden Brachlands gehört, will die Erde über der Braunkohle abtragen, um Halden für künftige Seenlandschaften einebnen zu können. Das Unternehmen arbeitet seit 2023 im Rahmen einer Nachhaltigkeitsvereinbarung mit der lokalen Kerpener Verwaltung zusammen.

Widerstandsgruppen mobilisieren derweil Unterstützung und rufen zu Sachspenden wie Lebensmitteln und Kleidung für die Protestierenden auf. Zudem kündigten sie für Montag, 11:00 Uhr, eine Pressekonferenz vor Ort an.

Das Betretungsverbot bleibt bis zur vollständigen Rodung des Waldes bestehen. Anschließend wird RWE seine Pläne für die industrielle Umnutzung des Geländes umsetzen. Die Protestierenden lehnen die Zerstörung weiterhin ab, doch die rechtlichen Beschränkungen schränken den öffentlichen Zugang nun stark ein.

Quelle