Keller bleibt Düsseldorfs Oberbürgermeister nach historischer Stichwahl
Charlotte KrügerKeller bleibt Düsseldorfs Oberbürgermeister nach historischer Stichwahl
Stephan Keller ist als Düsseldorfs Oberbürgermeister wiedergewählt worden – nach der ersten Stichwahl in der Geschichte der Stadt. Die Wahl entwickelte sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Keller und der Grünen-Kandidatin Clara Gerlach, die seine Wiederwahl anerkannte und gleichzeitig ihren eigenen Unterstützer:innen dankte. Die Bürger:innen sprachen sich zudem für ein politisches Programm aus, das Wirtschaftswachstum, Wohnungsbau und Sicherheit in den Mittelpunkt stellt.
In den letzten Wochen des Wahlkampfs kam es zu Spannungen. Die Grünen hatten eine Debatte zwischen Keller und Gerlach organisiert, doch dieser sagte ab. Daraus entstand eine öffentliche Auseinandersetzung über die Taktik der Partei, in deren Verlauf Keller die Vorgehensweise der Grünen später kritisierte. Er warf ihnen vor, "Porzellan zerschlagen" zu haben, und warnte, dass Koalitionsgespräche nun von einer schwächeren Position aus starten müssten.
Kellers Wiederwahl fällt mit der Zustimmung der Düsseldorfer Wähler:innen zu einem neuen Stadtentwicklungsprogramm zusammen. Dieses sieht eine Stärkung der Wirtschaftspolitik, mehr Unterstützung für Familien und Senior:innen, den Ausbau des Wohnungsbaus sowie verbesserte Sicherheitsmaßnahmen vor. Nach dem Wahlausgang signalisierte Keller Interesse an einer Koalition mit SPD und FDP – statt mit den Grünen.
Unklar bleibt nach der Niederlage der Grünen, welche Rolle die Partei künftig im Stadtrat spielen wird. Gerlach gratulierte Keller zum Sieg, äußerte sich aber nicht zu möglichen Kooperationen.
Kellers Erfolg markiert eine Wende in der Düsseldorfer Politik: Die anstehenden Koalitionsverhandlungen werden die Grünen voraussichtlich ausschließen. Das beschlossene Programm setzt klare Prioritäten für die kommende Legislaturperiode. Wie der neue Stadtrat ohne grüne Beteiligung funktionieren wird, bleibt jedoch noch offen.






