Joey Skaggs' Aprilscherz-Umzug entlarvt Medien seit über 40 Jahren
Seit über vier Jahrzehnten narrt der Künstler Joey Skaggs mit seinem jährlichen Aprilscherz-Umzug die Medien. Was 1981 als spielerischer Streich begann, hat sich längst zu einem globalen Gesprächsthema entwickelt, über das große Medien wie die New York Times, CNN und die BBC berichten. Die diesjährige Veranstaltung verspricht eine weitere Runde beißender Satire – eine Pressemitteilung deutet gar einen Auftritt eines "Präsidenten" an und stellt mit ihrem Motto die Realität selbst infrage.
1986 lud Skaggs erstmals New Yorker Medien zu seinem Umzug ein und machte Journalisten damit selbst zu Teil seines künstlerischen Werks. Seine Scherze verwischen oft die Grenze zwischen Fakt und Fiktion, wie etwa 1998, als er die Legende verbreitete, David Bowie habe eine Party für den erfundenen Schriftsteller William Boyd gegeben. Boyd hatte zuvor in einem gefälschten Essay eine monchähnliche Baseball-Begabung namens Hayden "Sidd" Finch beschrieben, der angeblich einen 270 km/h schnellen Wurf beherrschte – ohne jemals professionell gespielt zu haben. Selbst das renommierte Sports Illustrated fiel 1985 auf die Geschichte herein.
Frühere Umzüge beinhalteten unter anderem einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party. Zwar finden die Events meist statt, doch entsprechen sie selten den übertriebenen Ankündigungen in den Pressemitteilungen. Die diesjährige Ausgabe setzt die Tradition fort und fordert die Teilnehmer auf, zu hinterfragen, "was real ist und was nicht" – alles während des Feierns des öffentlichen Rechts, Autoritäten auf die Schippe zu nehmen.
Skaggs' Werk spielt mit der Bereitschaft der Medien, spektakuläre Geschichten unkritisch zu verbreiten. Über 200 Medien haben bereits über seine Streiche berichtet – ein Beweis dafür, wie leicht sich Fiktion als Nachricht verkaufen lässt. Der Umzug selbst bleibt zwar überschaubar, seine kulturelle Wirkung ist jedoch enorm.
Der Aprilscherz-Umzug wird einmal mehr die Grenzen zwischen Wahrheit und Satire ausloten. Mit einer Geschichte, in der selbst große Nachrichtenorganisationen hereingefallen sind, zeigt Skaggs' Veranstaltung, wie medialer Diskurs durch geschickte Täuschung geprägt werden kann. Die Tradition lebt weiter – und erinnert das Publikum daran, das Gelesene zu hinterfragen, besonders am 1. April.






