15 March 2026, 04:04

Illegales Entsorgungsnetzwerk in NRW: Abfallhändler zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melde illegalen Müll und Littering" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Illegales Entsorgungsnetzwerk in NRW: Abfallhändler zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein 63-jähriger Abfallhändler aus Unna ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er ein illegales Entsorgungsnetzwerk für Abfälle betrieben hatte. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen deckten dabei großangelegte Machenschaften mit belasteten Böden und gefährlichen Abfällen auf. Der Mann, der seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, erhielt im Juni 2024 eine teilweise Aussetzung seiner Strafe zur Bewährung.

Die Ermittlungen hatten bereits vor eineinhalb Jahren begonnen und konzentrierten sich auf die illegale Entsorgung von Sondermüll an mehreren Standorten. Zu den betroffenen Orten gehören der Tagebau Garzweiler, ein Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze sowie Kiesgruben in Kamp-Lintfort. Die Behörden schätzen, dass an den beiden letzteren Standorten jeweils rund 23.000 Tonnen belasteter Erde abgelagert wurden.

Der Angeklagte, der bereits wegen Bestechung und Steuerhinterziehung vorbestraft ist, soll illegale Abfallanlagen betrieben haben. Zwischen Januar 2024 und seiner Festnahme wird ihm und mehreren Komplizen vorgeworfen, gefährliche Abfälle angenommen, mit harmlosen Materialien vermischt und falsch deklariert zu haben, um sie unsachgemäß zu entsorgen. Dies ist nicht sein erster Fall: Zwischen 2010 und 2013 war er an der Verbringung von Abfällen aus einer BP-Raffinerie in Gelsenkirchen in eine Tongrube bei Schermbeck beteiligt.

Bei einer Razzia entdeckte die Polizei 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände in seinem Auto versteckt. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität hat inzwischen Anklage erhoben, doch weitere Unternehmen oder Personen aus der Region wurden bisher nicht offiziell als Beschuldigte genannt.

Das Gericht mildert einen Teil der Strafe wegen der langen Verfahrensdauer ab; der Rest wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen zu bekämpfen. Die Ermittler prüfen weiterhin das volle Ausmaß des illegalen Entsorgungsnetzwerks und die Folgen für die betroffenen Standorte.

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