13 March 2026, 00:04

HKM in Duisburg gerettet – doch 2.000 Jobs stehen auf der Kippe

Ein Stahlwerk bei Nacht mit einem Kran, der ein großes Stück Stahl in einen Ofen hebt, dessen Feuer den Bereich mit einem hellen orangen Glühen erhellt, das sich vor einem dunklen Hintergrund abhebt.

HKM in Duisburg gerettet – doch 2.000 Jobs stehen auf der Kippe

Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg entgeht knapp der Schließung

Das traditionsreiche Stahlwerk Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg ist dank einer Einigung zwischen Thyssenkrupp und Salzgitter AG nur knapp der Schließung entgangen. Der Deal sichert den Fortbestand des 116 Jahre alten Standorts – wenn auch in reduziertem Umfang –, während die Branche auf klimaneutrale Produktion umsteuert. Fast 2.000 Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren wegfallen, rund 1.000 Stellen bleiben erhalten.

Das einst größte Arbeitgeberunternehmen im Süden Duisburgs blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Thyssenkrupp, der Mehrheitseigner, wird bis zum 1. Juni 2026 die vollständige Eigentümerschaft an Salzgitter übertragen und strebt damit einen zügigen Ausstieg an. Zwar läuft der Betrieb vorerst weiter, doch das langfristige Überleben des Werks hängt davon ab, ob der Umstieg auf grüne Stahlproduktion gelingt.

Geplant sind unter anderem der Bau einer Direktreduktionsanlage (DRI) und die Sicherung von grünem Wasserstoff – doch ein kürzlich ausgeschriebenes Verfahren für Wasserstoff wurde wegen hoher Kosten gestoppt. Die Transformation gestaltet sich schwierig: Veraltete Hochöfen und finanzielle Belastungen erschweren den Fortschritt.

Marco Gasse, der Vorsitzende des Betriebsrats bei HKM, hofft, dass die erste Welle der Stellenstreichungen ohne betriebsbedingte Kündigungen bewältigt werden kann. Dennoch bleibt die Zukunft ungewiss. Politiker aus ganz Duisburg zeigen sich solidarisch mit den Beschäftigten und betonen die Bedeutung des Werks für die Region. Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) hingegen kritisiert den Deal scharf und bezeichnet ihn als trügerische Beruhigung, die die tieferliegenden Krisen der Branche verschleiere.

Das Überleben von HKM könnte zum Präzedenzfall für die deutsche Stahlindustrie werden, die mit Klimazielen und wirtschaftlichem Druck ringt. Mit 1.000 gesicherten und 2.000 gefährdeten Arbeitsplätzen hängt die Zukunft des Standorts von einer erfolgreichen grünen Wende ab. Das Ergebnis wird zeigen, ob ähnliche Industrieanlagen sich anpassen können – oder vor der Schließung stehen.

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