28 January 2026, 10:02

Grüne-Ministerin Josefine Paul tritt nach Solingen-Kritik zurück

Ein Mann im Anzug und Krawatte steht an einem Rednerpult mit einem Mikrofon und hält eine Rede vor einem Banner, wahrscheinlich in Reaktion auf die Nachrichten über Spaniens Premierminister Pedro Sánchez.

Grüne-Ministerin Josefine Paul tritt nach Solingen-Kritik zurück

Josefine Paul, die grüne Ministerin für Migration und Familie, ist von ihrem Amt zurückgetreten. Ihr Rücktritt erfolgte nach wachsender Kritik an ihrer Handhabung der Untersuchungen zum Messerangriff in Solingen. Obwohl ihr Abgang zügig vollzogen wurde, sind viele der Ansicht, dass er längst hätte erfolgen müssen.

Pauls Rücktritt folgte auf wochenlangen Druck seitens der Opposition und der Öffentlichkeit. Ihr anfängliches Schweigen sowie ihre Aussagen vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss hatten scharfe Kritik ausgelöst. Trotz ihrer eigenen und der Betonungen der Grünen, sie habe keine Fehler begangen, wurden die Forderungen nach einer Übernahme von Verantwortung immer lauter.

Mit ihrem Rücktritt trägt die Regierung nun eine weitere Instabilitätsmarke davon. Dennoch verlief der Übergang reibungslos und schnell – ein Beweis für den festen Griff von CDU-Landeschef Hendrik Wüst auf die politischen Entscheidungen. Von Ministern wird erwartet, dass sie die Verantwortung für Versäumnisse in ihren Ressorts übernehmen, selbst wenn sie nicht direkt schuld sind. Angesichts der noch acht Monate entfernten Landtagswahl bleibt ungewiss, wie es mit den Grünen in der Koalition weitergeht. Die Opposition stellt infrage, ob die Partei die Zusammenarbeit mit der CDU fortsetzen wird, nachdem sie die Vorteile dieser Partnerschaft erkannt hat. Pauls Rücktritt könnte dem Untersuchungsausschuss nun ermöglichen, sich wieder auf die inhaltlichen Fragen zu konzentrieren und weitere Schäden für Regierung und Grüne zu begrenzen.

Ihr Rücktritt beseitigt zwar einen Streitpunkt für die Regierung, kommt aber später, als viele es für notwendig gehalten haben. Die Grünen stehen nun vor der Frage, wie sie ihre Rolle in der Koalition im Vorfeld der Wahl gestalten wollen. Derweil kann der Untersuchungsausschuss ohne die Ablenkung durch ihre Person weiterarbeiten.