Grönemeyer erhält Nationalpreis und fordert mehr gesellschaftliches Engagement
Mia AlbrechtGrönemeyer erhält Nationalpreis und fordert mehr gesellschaftliches Engagement
Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein langjähriges gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-jährige Musiker nutzte seine Dankesrede, um zu mehr bürgerlichem Einsatz und einer optimistischeren Zukunftsperspektive aufzurufen.
Während der Verleihung übt Grönemeyer scharfe Kritik an der Politik der vergangenen zwei Jahrzehnte und wirft ihr vor, die Öffentlichkeit unzureichend informiert zu haben. Besonders nannte er Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeskanzler Olaf Scholz, denen er vorhält, in zentralen Fragen geschwiegen zu haben.
In einem Vergleich zwischen Politikern und Fußballern betonte er, dass selbst Gegner auf dem Platz Wege der Zusammenarbeit fänden. Der Sänger erinnerte zudem an das Jahr 2015, als Deutschland Geflüchtete mit offenen Armen aufnahm.
Der seit 1997 verliehene Nationalpreis ehrt Persönlichkeiten, die sich um eine demokratische Gesellschaft verdient machen. In diesem Jahr ist das Preisgeld mit 50.000 Euro dotiert.
Grönemeyers Rede unterstrich die Notwendigkeit von Eigeninitiative und Dialog. Die Auszeichnung würdigt sein Wirken, das auf öffentliche Teilhabe und ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein abzielt. Seine Worte spannten den Bogen zwischen vergangener Solidarität und aktuellen politischen Defiziten.
