24 February 2026, 14:11

Gefährlicher Patient aus forensischer Klinik in Münster seit Wochen verschwunden

Eine Zeichnung eines mehrfenstrigen Gebäudes mit einem Schornstein, das für ein Psychiatriekrankenhaus in Deutschland gehalten wird, mit Text, der weitere Informationen liefert.

Gefährlicher Patient aus forensischer Klinik in Münster seit Wochen verschwunden

Ein wegen Sexualstraftaten verurteilter Straftäter wird seit seinem Nichterhalten von einer forensisch-psychiatrischen Klinik in Münster vermisst. Der Patient hatte im September 2024 einen genehmigten Ausgang erhalten, kehrte jedoch nicht wie vorgeschrieben in die Einrichtung zurück. Es handelt sich bereits um den zweiten Vorfall dieser Art in Nordrhein-Westfalen (NRW) in diesem Jahr – im Juni war ein Häftling aus einer Kölner Klinik geflohen.

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In den forensisch-psychiatrischen Kliniken NRWs sind Personen untergebracht, die aufgrund schwerer psychischer Erkrankungen oder Suchterkrankungen schwere Straftaten begangen haben. Zum Stichtag 1. Januar 2025 befanden sich dort landesweit 3.628 Menschen in Unterbringung. Das System umfasst 17 Kliniken, eine weitere entsteht derzeit in Lünen.

Die forensische Unterbringung verfolgt zwei Ziele: zum einen den Schutz der Öffentlichkeit vor den Tätern, zum anderen deren Behandlung, um Rückfälle zu verhindern. Die Patienten erhalten eine Kombination aus psychotropen Medikamenten, Gesprächstherapie, Ergotherapie und strukturierten Programmen zur Wiedereingliederung. Über die Dauer der Unterbringung entscheidet jeweils ein Gericht.

Die Sicherheitsvorkehrungen in den Kliniken sind streng: Umzäunungen, Sicherheitsschleusen, Videoüberwachung und Türalarme gehören zum Standard. Mit fortschreitender Therapie können die Auflagen jedoch gelockert werden. Begleitete Ausgänge, unbegleitete Beurlaubungen oder Aufenthalte in externen Wohngruppen sind dann möglich. So war im Juni 2024 ein Patient aus einer LVR-Klinik in Köln geflohen, wurde jedoch wenige Tage später in Velbert wiedergefasst.

Im aktuellen Fall kehrte ein Patient aus Münster nach einem genehmigten Ausgang nicht in die Klinik zurück. Die Behörden haben bisher keine weiteren Details zur Fahndung oder zum Hintergrund des Mannes bekannt gegeben.

Die Flucht wirft Fragen nach dem Spannungsfeld zwischen Therapie und Sicherheit in der forensischen Psychiatrie auf. Während das System in NRW weiter ausgebaut wird – unter anderem mit der neuen Klinik in Lünen –, läuft die Suche nach dem Vermissten weiterhin.