Ganztagsbetreuung ab 2026: Warum 185 Kinder in Bergisch Gladbach leer ausgehen
Charlotte KrügerGanztagsbetreuung ab 2026: Warum 185 Kinder in Bergisch Gladbach leer ausgehen
Ab dem Schuljahr 2026/27 haben alle Grundschulkinder in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Damit steht ihnen täglich eine achtstündige Kinderbetreuung von 8 bis 16 Uhr zu – inklusive der Ferienzeiten. Doch bereits jetzt kämpfen einige Schulen mit der Umsetzung, da die Nachfrage das Angebot übersteigt.
In Bergisch Gladbach erhalten im kommenden Schuljahr 185 Kinder trotz Anmeldung durch ihre Eltern keinen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Davon haben 32 sogar einen rechtlichen Anspruch auf Betreuung, doch die Stadt kann sie wegen fehlender Kapazitäten nicht unterbringen. Ohne diese Plätze müssen 185 Familien für ihre Erstklässler ab 11:30 Uhr alternative Betreuungslösungen organisieren.
An der GGS Moitzfeld stehen für 240 Schülerinnen und Schüler nur 140 OGS-Plätze zur Verfügung – die Versorgungsquote liegt damit bei etwa 58 Prozent. Hier bleiben 13 Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch ohne Betreuungsplatz. Ähnlich sieht es an der GGS Heidkamp aus: Bei fast 300 Kindern gibt es nur 200 OGS-Plätze, sodass viele ohne Betreuung auskommen müssen.
Um die Engpässe zu mildern, plant die Stadt an der Heidkamp eine „erweiterte Betreuung“ einzuführen. Diese soll im nahen Begegnungsort „Paula“ bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 bis 14 Uhr bereitstellen. Eine umfassendere Erweiterung der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld ist ab 2027 vorgesehen, doch konkrete Details stehen noch aus.
Die Stadt bemüht sich, die Lücken zu schließen, doch viele Familien werden im neuen Schuljahr weiterhin vor Herausforderungen stehen. Der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung erhöht den Druck auf die Kommunen, ausreichend Betreuungsplätze bereitzustellen. Erweiterungen sind geplant, doch kurzfristige Lösungen bleiben begrenzt.
