Flucht aus der Psychiatrie: Verurteilter Sexualstraftäter seit 2022 spurlos verschwunden
Lea KochFlucht aus der Psychiatrie: Verurteilter Sexualstraftäter seit 2022 spurlos verschwunden
Ein wegen Sexualstraftaten verurteilter Straftäter entkam im September 2022 aus der psychiatrischen Klinik Münster-Amelsbüren, wurde jedoch erst im Februar 2026 als vermisst gemeldet. Der 33-jährige iranische Staatsbürger, der seit Februar 2020 in der forensischen Abteilung der Einrichtung untergebracht war, kehrte von einem befristeten Ausgang nicht zurück und ist seitdem flüchtig.
Der Mann verbüßte seine Strafe in der forensischen Abteilung der von der Alexianer GmbH betriebenen Klinik. Die Behörden bestätigten seine Verurteilung wegen Sexualdelikten, doch die Staatsanwaltschaft gab keine weiteren Details bekannt – begründet mit seiner verminderten Schuldfähigkeit.
Die Münsteraner Polizei geht mittlerweile davon aus, dass sich der Täter ins Ausland abgesetzt hat. Ein Europäischer Haftbefehl wurde erlassen, doch sein genauer Aufenthaltsort bleibt unbekannt.
Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen verwies alle Anfragen an die Polizei, während die Alexianer GmbH sich nicht äußern wollte. Unterdessen kritisiert die Bürgerinitiative AlexianerForensik – Sicherheit VOR Therapie die Sicherheitsvorkehrungen der Klinik. Sie verweist auf frühere Vorfälle mit Kindern und Patienten und argumentiert, dass die jüngste Flucht ihre langjährigen Bedenken bestätigt.
Der Fall wirft Fragen zur Aufsicht in der Klinik Münster-Amelsbüren auf. Da der Täter weiterhin flüchtig ist und die Behörden nur begrenzte Informationen preisgeben, zeigt der Vorfall Lücken in den Melde- und Sicherheitsprotokollen auf. Der Europäische Haftbefehl bleibt in Kraft, während die Fahndung andauert.






