29 January 2026, 06:02

Fahrschulen kämpfen ums Überleben: Warum immer weniger Deutsche den Führerschein machen

Eine Straße mit einem gelben "Slow Down School Zone"-Schild, parkenden Fahrzeugen auf der rechten Seite und Bäumen, Gebäuden, Polen, Drähten und dem Himmel im Hintergrund.

Fahrschulen kämpfen ums Überleben: Warum immer weniger Deutsche den Führerschein machen

Fahrschulen in ganz Deutschland verzeichnen einen deutlichen Rückgang bei Neuanmeldungen, nachdem die Bundesregierung Pläne vorstellte, die Kosten für den Führerscheinerwerb zu senken. Viele Fahrschüler warten nun auf günstigere Angebote – für die Fahrlehrer bedeutet das sinkende Einnahmen und steigende Kosten. Besonders prekär ist die Lage in Regionen wie dem Bergischen Land, wo einige Schulen Einbrüche bei den Anmeldungen von bis zu 70 Prozent melden.

Die Krise begann, nachdem Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) Reformen ankündigte, die den Führerschein erschwinglicher machen sollen. Aktuell kostet ein Pkw-Führerschein zwischen 2.000 und 4.000 Euro, im Bundesdurchschnitt liegen die Ausgaben bei 3.400 Euro. Seit der Bekanntgabe zögern viele Fahrschüler die Buchung von Fahrstunden hinaus – in der Hoffnung auf niedrigere Preise.

Besonders hart trifft es die Fahrschulen im Bergischen Land: Einige verzeichnen einen Rückgang der Anmeldungen um 50 Prozent oder mehr. Der Verband der Fahrlehrer im Bergischen Land warnt, dass der Einbruch mittlerweile die Existenz vieler Betriebe bedroht. Hohe Lohnkosten und Betriebskosten in Kombination mit weniger Schülern bringen manche Schulen an den Rand des Ruins.

Um die Durststrecke zu überbrücken, erweitern einige Fahrlehrer ihr Angebot über den klassischen Unterricht hinaus. Andere fordern staatliche Unterstützung, etwa durch eine Senkung der Mehrwertsteuer für Fahrschulen oder Steuererleichterungen bei den Führerscheingebühren. Die Branche wartet noch auf konkrete Vorgaben, wie die Reformen in der Praxis umgesetzt werden sollen.

Am 16. Oktober 2025 stellte das Bundesverkehrsministerium sein Reformpaket vor. Zu den wichtigsten Änderungen gehören digitale Theorieeinheiten per App, kürzere Prüfungen, weniger Pflicht-Sonderfahrten und mehr Preistransparenz. Zudem könnten Fahrsimulatoren einen Teil der praktischen Fahrstunden ersetzen, um die Kosten zu drücken.

Ziel der Reformen ist es, die durchschnittlichen Kosten für den Führerschein zu senken. Doch die verzögerte Umsetzung hat viele Fahrschulen in finanzielle Bedrängnis gebracht. Bis die Neuerungen greifen, werden zahlreiche Betriebe mit sinkenden Einnahmen und unsicherer Nachfrage kämpfen. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob sich die Branche von der aktuellen Talfahrt erholen kann.