Evangelischer Kirchenkreis Solingen steht vor radikalen Umbrüchen bis 2035
Evangelischer Kirchenkreis Solingen steht vor radikalen Umbrüchen bis 2035
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen muss aufgrund des mitgliederspezifischen und finanziellen Rückgangs Umstrukturierungen vornehmen. Fünf Standorte, darunter die Evangelische Kirche Merscheid und die Lutherkirche, können mittelfristig nicht mehr gehalten werden. Weitere fünf Einrichtungen wie die Christuskirche und das Gemeindezentrum Rupelrath müssen noch geprüft werden, bevor über ihre Zukunft entschieden wird.
Die Vorschläge entstehen vor dem Hintergrund des Ziels, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu betreiben – was erhebliche Sanierungskosten mit sich bringt. Eine Sondersynode im März 2026 wird die Pläne beraten, doch endgültige Beschlüsse müssen bis Ende 2027 gefasst werden.
Eine siebenköpfige Arbeitsgruppe unter Leitung von Hartmut Hoferichter hat die Strategie erarbeitet, nachdem sie die finanziellen und mitgliederspezifischen Entwicklungen analysiert hatte. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis mit einer Halbierung seines Haushalts, verbunden mit weniger hauptamtlichen Mitarbeitenden und Gottesdienstbesuchern. Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte dem Team für sein Engagement.
Die vorläufige Einteilung sieht drei Kategorien vor: Sieben Standorte – darunter die Protestantische Stadtkirche Ohligs und das Gemeindezentrum Höhscheid – sollen auch über 2035 hinaus genutzt werden. Fünf weitere, wie die Christuskirche und die Stadtkirche Mitte, bedürfen noch einer genaueren Prüfung, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
Die Lutherkirche inklusive ihres Gemeindehauses war von der Kirchengemeinde bereits als Gottesdienstort nach 2030 nicht mehr nutzbar eingestuft worden. Die verbleibenden vier Immobilien – die Kirchen in Merscheid, Widdert und Ketzberg sowie das Gemeindezentrum Zwinglistraße – werden langfristig nicht für kirchliche Zwecke erhalten bleiben.
Auch die Evangelische Kirche im Rheinland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 alle ihre Gebäude klimaneutral zu betreiben. Dies erfordert erhebliche Investitionen in Modernisierungen und erhöht den Druck auf die finanzielle Planung des Kirchenkreises.
Die Synodenversammlung am 14. März 2026 wird die Vorschläge erörtern, ohne dass dabei bereits verbindliche Beschlüsse gefasst werden müssen. Alle endgültigen Entscheidungen müssen bis Ende 2027 fallen. Anschließend wird der Kirchenkreis Schließungen, Sanierungen oder alternative Nutzungen gemäß dem beschlossenen Plan umsetzen.
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