31 March 2026, 16:10

EU-Kommission plant radikale Reform des Emissionshandels – was sich für Industrie und Klima ändert

Eine Europakarte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die verschiedenen EU-Regionen darzustellen.

EU-Kommission plant radikale Reform des Emissionshandels – was sich für Industrie und Klima ändert

Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandels (ETS) vorlegen. Die geplanten Änderungen sollen langjährige Bedenken aus Branchen wie der Chemieindustrie ausräumen, die seit Langem grundlegende Anpassungen der aktuellen Regeln fordert. Zu den prominentesten Fürsprechern einer Reform gehörte Evonik-Chef Christian Kullmann, der zuvor entweder eine vollständige Abschaffung des Systems oder eine grundlegende Neugestaltung gefordert hatte.

Zu den geplanten Reformen gehört die Verlängerung der kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten über das Jahr 2039 hinaus, wobei die bestehenden Benchmarks beibehalten, aber die Auffangregelungen für Wärme und Brennstoffe überprüft und angepasst werden sollen. Eine bedeutende Neuerung ist die Integration von Kohlenstoffabscheidung und -nutzung (CCU, Carbon Capture and Utilization) in das ETS ab 2026 – ein Schritt, der den Druck auf Sektoren mit hohen Kosten verringern soll. Zudem wird die Kommission die Marktstabilitätsreserve (MSR) stärken, indem die Streichung von Zertifikaten dauerhaft beendet wird, was zu einer Stabilisierung der Preise beitragen dürfte.

Die Anpassungen könnten die Funktionsweise des ETS grundlegend verändern. Durch eine Erhöhung des Zertifikateangebots – etwa durch einen flacheren linearen Reduktionsfaktor – und die Stärkung der MSR könnten die Reformen die Knappheit verringern und extreme Preisschwankungen verhindern. Gleichzeitig soll die Einbeziehung der CCU-Technologien CO₂-arme Innovationen fördern, ohne die insgesamt gesetzten Klimaziele zu verwässern.

Vertreter der Industrie haben die Stoßrichtung der Änderungen begrüßt. Kullmann schrieb gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese kürzlich einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie für pragmatische Lösungen und ausgewogene Kompromisse plädierten. Der Ansatz der Kommission spiegelt diese Haltung wider, insbesondere bei der Anpassung der Benchmarks, um den Bedürfnissen der Chemieindustrie besser gerecht zu werden.

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Die Reformen sehen mehrere strukturelle Änderungen des ETS vor – von der verlängerten kostenlosen Zuteilung von Zertifikaten bis hin zu neuer Förderung für Kohlenstoffabscheidung. Diese Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie mit den Klimazielen in Einklang bringen und sicherstellen, dass das System wirksam bleibt, während die finanziellen Belastungen gemildert werden. Die vollständigen Auswirkungen der Vorschläge werden sich zeigen, sobald sie offiziell vorgestellt und von den EU-Mitgliedstaaten beraten werden.

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