Erste Atommüll-Transporte aus Jülich starten trotz Proteste und offener Lagerfragen
Mia AlbrechtErste Atommüll-Transporte aus Jülich starten trotz Proteste und offener Lagerfragen
Erste Transporte von Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich starten nächste Woche
Die ersten Lieferungen von radioaktivem Abfall aus dem Forschungszentrum Jülich werden in der kommenden Woche auf den Weg zum Zwischenlager Ahaus gebracht. Damit endet ein jahrelanger Rechtsstreit und Verzögerungen bei der Entsorgung von 152 Castor-Behältern, die nach der Abschaltung eines Reaktors im Jahr 1988 zurückblieben.
Der Müll lagert bereits seit 40 Jahren in Jülich – in einer Anlage, die seit 2013 ohne gültige Genehmigung betrieben wird. Trotz des Widerstands der Stadt Ahaus und von Anti-Atomkraft-Aktivisten erteilte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) am 25. August 2025 eine allgemeine Transportgenehmigung. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte diese Entscheidung am 2. März 2026 und ebnete damit den Weg für über 50 einzelne Transportfahrten.
Bisher wurden zwar noch keine Einzeltransporte genehmigt, doch die ersten Behälter sollen bereits im nächsten Monat abtransportiert werden. Das Forschungszentrum Jülich weigert sich, den Müll länger aufzubewahren – obwohl die Lagerlizenz für Ahaus erst 2036 ausläuft. Unterdessen hat die Debatte um die Kernenergie in Deutschland neue Brisanz erhalten, nachdem Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron eine Rückkehr zu ehrgeizigeren Atomplänen fordern. Kleine modulare Reaktoren (SMR) werden als mögliche Alternative diskutiert, existieren aber bisher nur auf dem Papier.
Mit einer endgültigen Lösung für die Lagerung des Atommülls wird erst in den 2070er-Jahren gerechnet.
Die Verbringung der 152 Castor-Behälter wird trotz anhaltender Bedenken und rechtlicher Herausforderungen vorangetrieben. Da es kein fertiges Endlager gibt, bleibt der Müll für Jahrzehnte in Zwischenlagern. Der Vorgang unterstreicht das ungelöste atomare Erbe Deutschlands und das Fehlen kurzfristiger Alternativen.






