Dortmunds radikaler Kaderumbruch: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Mia AlbrechtDortmunds radikaler Kaderumbruch: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Borussia Dortmund setzt im Sommer auf radikale Umbrüche im Kader. Der Verein hat entschieden, die Verträge von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan nicht zu verlängern – ein klares Zeichen für einen strategischen Neuanfang. Geschäftsführer Carsten Cramer treibt diese Neuausrichtung voran und setzt auf eine langfristige, nachhaltige Entwicklung des Clubs.
Die Abgänge von Brandt und Süle markieren einen Wendepunkt. Cramer betont, dass Mut und Zuversicht in der Führungsetage gefragt seien, und stellt die Personalentscheidungen als Chancen für die Zukunft dar – nicht als Rückschläge. Kritiker warfen Dortmund lange vor, notwendige Weichenstellungen zu verschleppen. Doch nun zeigt der Verein eine entschlossenere Gangart.
Die Transferpolitik des BVB hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Statt auf teure Stars zu setzen, fördert der Club junge Talente und verkauft sie später mit hohen Gewinnen. Prominente Beispiele sind Jude Bellingham (88 Millionen Pfund an Real Madrid 2023), Erling Haaland (51 Millionen Pfund zu Manchester City 2022) und Ousmane Dembélé (135 Millionen Pfund zum FC Barcelona 2017). Diese Transfers brachten Dortmund über 500 Millionen Euro ein – doch die Reinvestitionen fielen bisher verhalten aus.
Diese Strategie unterscheidet sich deutlich von der Konkurrenz: Während der FC Bayern München weiterhin viel Geld in Topspieler wie Harry Kane (100 Millionen Euro 2023) investiert, setzt Bayer Leverkusen auf unterbewertete Talente wie Victor Boniface (20 Millionen Euro 2023). RB Leipzig verfolgt ein ähnliches Modell wie Dortmund und verkaufte etwa Dominik Szoboszlai (70 Millionen Euro an den FC Liverpool 2023) – nun könnte auch Benjamin Šeško (65 Millionen Euro zum FC Arsenal) folgen.
Unterdessen bereitet sich Dortmund auf die Saison 2025/26 vor. Gerüchten zufolge könnte Karim Adeyemi für 60 Millionen Euro wechseln, während der FC Bayern möglicherweise Ersatz für Jamal Musiala sucht – etwa Mathys Tel (50 Millionen Euro). Auch Leverkusen wird voraussichtlich Jeremie Frimpong (40 Millionen Euro an den FC Liverpool) abgeben.
Trotz des Umbruchs hält der BVB an Emre Can fest. Der Mittelfeldspieler, der sich derzeit von einem Kreuzbandriss erholt, soll einen neuen Vertrag erhalten.
Dortmunds neuer Kurs zeigt den Willen, mit alten Mustern zu brechen. Durch den Verkauf von Leistungsträgern und den Verzicht auf teure Neuzugänge festigt der Club sein nachhaltiges Modell. Nun wird sich zeigen, wie sich diese Veränderungen auf die sportliche Performance in den kommenden Spielzeiten auswirken.






