Dortmunds Ethikkommission für Großwildjagd scheitert vor der Jagd und Hund-Messe
Lea KochDortmunds Ethikkommission für Großwildjagd scheitert vor der Jagd und Hund-Messe
Dortmunds Ethikkommission für Großwildjagd steht erneut in der Kritik, während die Stadt sich auf die nächste Jagd und Hund-Messe vorbereitet. Politischer Druck hat die seit Langem inaktive Gruppe gezwungen, sich noch vor der Sommerpause wieder zusammenzufinden – trotz jahrelanger Untätigkeit und fehlender Unterlagen.
Die Kommission war 2023 auf Initiative der Grünen und der Linken eingerichtet worden, um die ethische Bewertung von Jagdmethoden zu prüfen. Zu ihren Aufgaben gehörte es, zu untersuchen, ob der Verkauf von Safaris und Trophäenjagden mit den Werten Dortmunds vereinbar ist, sowie die Naturschutzbehauptungen der Branche zu bewerten. Doch seit ihrer Gründung gibt es keine dokumentierten Sitzungen, Protokolle oder Beschlüsse.
Der neue Oberbürgermeister Alexander Kalouti bestätigte kürzlich, dass lückenhafte Akten belegen, dass es keine Nachweise für jemals stattgefundene Treffen der Kommission gibt. Die Grünen und andere Parteien forderten daraufhin dringend eine Sitzung vor der Messe und setzten mit einer Mehrheit die Einberufung durch. Die CDU hatte einen späteren Termin vorgeschlagen, während die AfD die Kommission vollständig ablehnte.
Mit der bevorstehenden Jagd und Hund-Veranstaltung warten Aussteller und Organisatoren nun auf Antworten. Das Schweigen der Kommission lässt zentrale Fragen offen: Fördert die Großwildjagd tatsächlich den Artenschutz – oder gefährdet sie bedrohte Tierarten?
Die Ethikkommission muss nun Ergebnisse vorlegen – oder ihr Versagen eingestehen. Ohne klare Unterlagen oder nachweisbare Aktivitäten steht ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Dortmunds Verantwortliche geraten zunehmend unter Druck, entweder die Praktiken der Messe zu rechtfertigen oder zu erklären, warum die Kommission so lange untätig blieb.
Jagd und Hund 2026 erfolgreich beendet trotz Schweigen der Ethikkommission
Die Jagd & Hund 2026 endete am 1. Februar mit Rekordbesuch, trotz mangelnder Aktivität der Ethikkommission in Dortmund. Wichtige Details:
- 79.000 Besucher und 700+ Aussteller aus 36 Ländern besuchten die Veranstaltung.
- Direktorin Sabine Loos bezeichnete sie als 'das zentrale Treffen der Jagdgemeinschaft', wobei sie den erfolgreichen politischen Einsatz hervorhob.
- Die Ethikkommission blieb während der gesamten Dauer still, ohne dass dokumentierte Entscheidungen oder Sitzungen die Abläufe der Messe beeinflussten.






