20 March 2026, 02:04

Deutschlandweiter Apothekenstreik am 23. März: Warum die Branche an ihre Grenzen kommt

Eine Gruppe von Menschen mit Protestschildern und Transparenten vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer auf der rechten Seite, vor einem Hintergrund von Gebäuden mit Fenstern und Schildern in Deutschland.

Deutschlandweiter Apothekenstreik am 23. März: Warum die Branche an ihre Grenzen kommt

Apotheken in ganz Deutschland schließen am 23. März 2023 die Türen – Streik wegen verschärfter finanzieller Bedingungen

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Am 23. März 2023 bleiben Apotheken in ganz Deutschland geschlossen, da das Personal in einen Streik tritt. Hintergrund sind sich verschlechternde wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Der Ausstand ist das Ergebnis jahrelanger stagnierender Erstattungssätze bei gleichzeitig steigenden Kosten, die viele Betriebe an den Rand des Ruins treiben. Allein in Mönchengladbach mussten seit 2016 bereits 15 Apotheken schließen – von einst 64 sind nur noch 49 übrig.

Im Mittelpunkt der Forderungen steht eine Erhöhung der Abgabeentgelte. Derzeit erhalten Apothekerinnen und Apotheker pro verschreibungspflichtigem Medikament 8,35 Euro, doch sie fordern eine Anhebung auf 9,50 Euro. Ihre Argumentation: Der gesetzlich festgelegte Satz ist in 13 Jahren lediglich um 3 Prozent gestiegen, während die Betriebskosten um etwa 65 Prozent explodiert sind.

Geplant sind zentrale Kundgebungen in Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Hannover und München. Auch in Mönchengladbach wird protestiert, allerdings bleiben einige Apotheken – darunter die Sonnen-Apotheke, die Konstantin-Apotheke und die Post-Apotheke – geöffnet. Patienten, die dringend Medikamente benötigen, wird geraten, sich vorab telefonisch über die Öffnungszeiten zu erkundigen.

Bundesweit zeigt sich die finanzielle Belastung deutlich: Zwar ist die Gesamtzahl der Apotheken leicht gestiegen – von 19.114 im Jahr 2016 auf etwa 19.500 Ende 2023 –, doch schließt im Schnitt alle 20 Stunden ein Betrieb. Viele Inhaber machen die unzureichende Finanzierung für den Niedergang verantwortlich.

Kurzfristig könnte der Streik für Kundinnen und Kunden zu Einschränkungen führen. Werden die Forderungen jedoch erfüllt, könnte dies langfristig die Stabilität der Apotheken sichern. Bis dahin sollten Patientinnen und Patienten vor dem Besuch prüfen, ob ihre Apotheke geöffnet hat.

Quelle