Deutschlands Internetwirtschaft wächst rasant – doch drei Risiken drohen den Aufschwung zu bremsen
Charlotte KrügerDeutschlands Internetwirtschaft wächst rasant – doch drei Risiken drohen den Aufschwung zu bremsen
Deutschlands Internetwirtschaft steht vor rasantem Wachstum – mit jährlichen Steigerungen von 9,7 Prozent in den kommenden fünf Jahren. Bis 2030 könnte der Umsatz von 245 Milliarden auf 389 Milliarden Euro steigen, angetrieben durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Doch Experten warnen: Infrastrukturdefizite gefährden diesen Aufschwung.
Der eco-Verband benennt drei zentrale Herausforderungen: den zögerlichen Ausbau von Glasfasernetzen, die zurückhaltende Digitalisierung bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie mangelnde Plattformkompetenz. Diese Schwächen könnten Deutschlands digitale Zukunft ausbremsen.
Gleichzeitig explodiert der Bedarf an Rechenleistung. Bis 2030 benötigen Unternehmen drei- bis fünfmal mehr Kapazitäten als heute – bis zu 12 Gigawatt. Die Anschlussleistung von Rechenzentren wird jedoch voraussichtlich nur um 50 Prozent wachsen, von 2,4 auf 3,7 Gigawatt. Fehlt es an neuer Infrastruktur, könnten Firmen ihre Aktivitäten ins Ausland verlagern – und damit Deutschlands digitale Souveränität schwächen.
Oliver Süme, Vorsitzender des eco-Verbands, betont die Dringlichkeit politischer Maßnahmen. Hohe Industrie-Strompreise verschärfen die Lage zusätzlich; günstiger Grundlaststrom sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Ohne Gegensteuer droht Deutschland im globalen Digitalwettbewerb zurückzufallen.
Das erwartete Wachstum der Internetwirtschaft hängt davon ab, diese Hürden zu überwinden: der Ausbau von Rechenzentren, die Beschleunigung des Glasfaserausbaus und die Sicherung bezahlbarer Energie sind entscheidend. Versäumt Deutschland hier zu handeln, könnten Rechenlasten ins Ausland abwandern – und die Position des Landes im digitalen Markt untergraben werden.






