03 March 2026, 20:09

Bundesweiter Apotheken-Streik: Warum am 23. März 2026 fast alles dichtmacht

Ein Plakat mit Text über Preisunterschiede bei Arzneimitteln im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.

Bundesweiter Apotheken-Streik: Warum am 23. März 2026 fast alles dichtmacht

Apotheker in ganz Deutschland bereiten sich auf große Proteste am 23. März 2026 vor. Bei der bundesweiten Aktion werden nahezu alle Apotheken für einen Tag schließen – mit Ausnahme derer, die Notdienste anbieten. Der Schritt folgt auf Jahre der finanziellen Belastung, in denen viele Betriebe aufgrund steigender Kosten und stagnierender Förderung kaum noch über die Runden kommen.

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Die letzte Erhöhung der festen Vergütungssätze für Apotheken datiert aus dem Jahr 2013 – damals lediglich um drei Prozent. Seither sind die Personal- und Betriebskosten um 65 Prozent explodiert. Inflation, wachsende bürokratische Auflagen und Lieferengpässe setzen die Mitarbeiter zusätzlich unter Druck und treiben viele an den Rand des Ruins.

Ende 2025 gab es in Deutschland noch 16.601 Apotheken – fast 20 Prozent weniger als 2013. Allein im vergangenen Jahr mussten 502 Betreiber dichtmachen. Ein Viertel der verbleibenden Apotheken steckt in schweren finanziellen Schwierigkeiten, zehn Prozent arbeiten mit Verlusten. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) macht für die Krise eine Finanzierung verantwortlich, die mit den steigenden Ausgaben nicht Schritt hält.

Ein zentraler Höhepunkt der Proteste wird eine Großdemonstration in Düsseldorf sein. Die Organisatoren fordern die Politik auf, endlich zu handeln, bevor noch mehr Apotheken verschwinden. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) hat bestätigt, dass sich seine Mitglieder dem Streik anschließen werden, wobei die Notfallversorgung außerhalb der Öffnungszeiten aufrechterhalten bleibt.

Die Apotheker betonen, dass der Protest im Interesse der Patienten stattfindet. Ohne Kurskorrektur, warnen sie, drohen Verschlechterungen bei der Arzneimittelversorgung und der fachkundigen Betreuung.

Der Protest am 23. März wird einen seltenen flächendeckenden Schließtag der deutschen Apotheken markieren. Zwar bleiben Notdienste aktiv, doch die Aktion soll die Politik zum Umdenken bei der Finanzierung zwingen. Ohne Gegenmaßnahmen, so die Aktivisten, seien weitere Schließungen und eine verschlechterte Patientenversorgung unvermeidbar.