BSW Nordrhein-Westfalen wählt neuen Co-Vorsitzenden zwischen Hunko und Geisel
Charlotte KrügerBSW Nordrhein-Westfalen wählt neuen Co-Vorsitzenden zwischen Hunko und Geisel
Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Nordrhein-Westfalen wählt an diesem Wochenende neuen Co-Vorsitzenden
Die Abstimmung folgt auf den Rücktritt von Jan Ristau im Mai 2023, durch den eine Führungslücke im Landesverband entstand. Zwei Kandidaten – Andrej Hunko und Thomas Geisel – bewerben sich um das Amt in der erst vor weniger als einem Jahr gegründeten Organisation.
Der Landesverband BSW Nordrhein-Westfalen wurde Anfang 2024 ins Leben gerufen, mit Amid Rabieh und Jan Ristau als zunächst gewählten Doppelspitze. Ristaus Ausscheiden löste die Suche nach einem Nachfolger aus. Nun muss die Partei zwischen Hunko, einem ehemaligen Linken-Abgeordneten und aktuellen BSW-Kreisvorsitzenden in Aachen, und Geisel, ehemaliges SPD-Mitglied und Ex-Oberbürgermeister von Düsseldorf, entscheiden.
Hunko gilt als Favorit und wird von der BSW-Jugendorganisation sowie dem Landesgeschäftsführer unterstützt. Sein Wahlkampf setzt auf mehr Transparenz: Er verspricht, den Vorstand für Kritik zu öffnen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Zudem will er die Mitgliederwerbung vorantreiben und die innerparteiliche Debattenkultur verbessern.
Bekannt ist Hunko vor allem für seine friedenspolitischen Positionen. So lehnte er etwa eine Auslieferung im Fall Julian Assange ab und nahm als BSW-Abgeordneter an der Londoner Verhandlung teil. Als Bundestagsmitglied der Linken konzentrierte er sich auf Europapolitik, stellte dabei mächtige Institutionen infrage und setzte sich für Aufklärungswerte wie Individualismus und Freiheit ein.
Geisel hingegen hat es schwerer: Seine Bewerbung um den Co-Vorsitz stößt im Bündnis auf wenig Rückhalt, was Hunko zum wahrscheinlichen Nachfolger macht.
Die Wahl wird entscheiden, wer künftig an der Seite von Amid Rabieh den BSW-Landesverband führt. Hunkos Reformvorschläge und seine starke Unterstützung deuten darauf hin, dass er die Ausrichtung der Partei prägen könnte. Das Ergebnis wird auch zeigen, wie der junge Landesverband seine Position in der Region stärken will.






