Bergisch Gladbach plant 29 Prozent mehr Personal – doch CDU warnt vor Steuererhöhungen
Mia AlbrechtBergisch Gladbach plant 29 Prozent mehr Personal – doch CDU warnt vor Steuererhöhungen
Bergisch Gladbach plant massiven Ausbau der Verwaltung mit 29 Prozent mehr Personal
Die Stadt Bergisch Gladbach will ihre Verwaltung deutlich ausbauen und die Mitarbeiterzahl um 29 Prozent erhöhen. Die aktuelle Belegschaft von 1.187 Beschäftigten soll damit auf 1.528 wachsen, mit weiteren Steigerungen, die im Haushalt 2026 vorgesehen sind. Gleichzeitig fordert die CDU-Fraktion einen gezielteren Ansatz: Statt breiter Einstellungen setze man auf Effizienz, um starke Anstiege der Grundsteuer zu vermeiden.
Die Haushaltsverhandlungen der CDU mit SPD und Grünen gestalten sich schwierig – eine formelle Koalition gibt es nicht. Michael Metten, Fraktionsvorsitzender der CDU, sprach bei einer jüngsten Veranstaltung des BürgerClubs über die Gespräche. Er betonte, dass selbst bei einer Einigung keine dauerhafte Zusammenarbeit der Parteien angestrebt werde.
CDU setzt auf gezielte Personalaufstockung – aber ohne Steuerexplosion Zu den zentralen Forderungen der CDU zählen mehr Mitarbeiter in der Bauaufsicht und im Ordnungsamt der Stadt. Diese Stellen gelten als entscheidend, um stockende Projekte voranzubringen. Gleichzeitig will die Fraktion die Gesamtpersonalkosten begrenzen und einen vollen Anstieg der Grundsteuer um 100 Punkte vermeiden – stattdessen schlägt sie eine moderate Erhöhung um 25 Punkte vor.
Metten verwies zudem auf Einsparpotenziale, etwa bei Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media-Ausgaben. Die CDU als stärkste Kraft im Rat habe einen klaren Wählerauftrag und werde keine Abstimmung mit der AfD suchen, so der Fraktionschef. Allerdings werde man eigene Vorlagen einbringen. Sein Verhältnis zu Bürgermeister Marcel Kreutz bezeichnete er als kooperativ – die Zusammenarbeit reiche bis zur ersten Ratssitzung vor zehn Jahren zurück.
Finanzdruck durch Schulen, Straßen und Zanders-Areal Die Stadt steht vor drängenden finanziellen Herausforderungen, insbesondere bei Schulen, Straßensanierungen und dem Entwicklungsgebiet Zanders. Die CDU argumentiert, dass Digitalisierung und klügere Ressourcenverteilung den Druck mindern könnten – ohne großen Personalaufwuchs.
Die anstehenden Haushaltsberatungen werden zeigen, ob Bergisch Gladbach seinen Finanzbedarf decken kann, ohne die Steuerzahler übermäßig zu belasten. Der CDU-Ansatz, gezielt Personal aufzustocken und Kosten zu kontrollieren, zielt darauf ab, Grundsteuererhöhungen zu begrenzen und gleichzeitig wichtige Infrastrukturdefizite zu schließen. Die endgültige Entscheidung hängt von den Verhandlungen der großen Fraktionen im Rat ab.






