Bauer Willi zieht sich aus der täglichen Online-Welt zurück – ein Ende mit Wehmut
Lea KochBauer Willi zieht sich aus der täglichen Online-Welt zurück – ein Ende mit Wehmut
Willi Kremer-Schillings, besser bekannt als „Bauer Willi“, zieht sich nach über einem Jahrzehnt öffentlichen Engagements von seinem langjährigen Blog zurück. Der bekannte Landwirt und Agraraktivist beendet seine Arbeit zwar nicht vollständig, drosselt sein Tempo aber deutlich – Grund ist die Erschöpfung durch die unablässigen Anforderungen der Online-Welt.
Sein Blog startete Bauer Willi am 12. Januar 2015 und entwickelte sich schnell zu einer der prägendsten Stimmen der deutschen Landwirtschaft. Mit einer Promotion in Ackerbau verband er praktische Felderfahrung mit pointierten Kommentaren und gewann so eine breite Leserschaft. Sein 40 Hektar großer Ackerbaubetrieb bei Köln diente dabei oft als realer Bezugspunkt für seine Diskussionen.
Doch die jahrelange Belastung durch Content-Erstellung, Themenrecherche und organisatorische Aufgaben forderte ihren Tribut. In einer aktuellen Stellungnahme räumte Kremer-Schillings ein, unter Burnout zu leiden – die permanente Online-Präsenz sei auf Dauer nicht mehr tragbar. Statt den Blog komplett zu schließen, wählte er einen „Gang zurück“: Künftig wird er nur noch gelegentlich posten, vielleicht einmal pro Woche oder am Wochenende. Das bestehende Archiv bleibt online, doch regelmäßige neue Inhalte wird es nicht mehr geben. Trotz dieser Veränderung bleibt Kremer-Schillings der agrarpolitischen Öffentlichkeit verbunden: Er plant weiterhin Vorträge zu halten, an Podiumsdiskussionen teilzunehmen und sein Publikum persönlich statt digital zu erreichen. Den Schritt deutet er nicht als endgültigen Abschied, sondern als ein „Bis später“ – und lässt damit Raum für künftige Projekte.
Das Ende von Bauer Willis täglicher Online-Präsenz markiert das Ausklingen einer Ära. Sein Blog, einst eine zentrale Plattform für agrarpolitische Debatten, wird nun als statisches Archiv fortbestehen, während er sich auf Erholung und ausgewählte Auftritte konzentriert. Die Entscheidung spiegelt die Herausforderungen langjähriger digitaler Advocacy-Arbeit wider – und die Notwendigkeit, ein Gleichgewicht zu finden.