Aus Müll wird Strom: Riesiger Solarpark entsteht auf stillgelegter Deponie in Ahaus
Theo SchulteAus Müll wird Strom: Riesiger Solarpark entsteht auf stillgelegter Deponie in Ahaus
Auf einer stillgelegten Deponie in Ahaus-Alstätte entsteht bald ein großes Solarpark-Projekt. Der Kreis Borken hat grünes Licht für das Vorhaben gegeben, das bis Mitte 2025 fertiggestellt werden muss, um staatliche Fördergelder zu erhalten. Das Gelände, das dem Kreis und der Stadt Ahaus gemeinsam gehört, soll brachliegendes Land in eine Quelle erneuerbarer Energien verwandeln.
Das unebene Gelände der Deponie, das durch fortlaufende Setzungsbewegungen des Bodens geprägt ist, erschwert die meisten Bauvorhaben. Doch für die Verantwortlichen ist der Standort ideal für einen Solarpark. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Westmünsterland wird das Projekt leiten, das zudem helfen könnte, die jährlichen Unterhaltskosten der Deponie zu senken. Bei Erfolg könnten sich dadurch auch die Müllgebühren für die Haushalte vor Ort verringern.
Zusätzlich wird geprüft, ob das Gelände für großflächige Energiespeicher genutzt werden kann. Dadurch ließe sich überschüssiger Windstrom zwischenspeichern, was die Energieeffizienz der Region verbessern würde.
In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits ähnliche Projekte. Zwischen 2021 und 2026 wurden drei weitere große Solarparks auf ehemaligen Deponien realisiert oder geplant: ein 20-Megawatt-Park in Marl (fertiggestellt 2023), ein 15-Megawatt-Projekt in Duisburg (geplant für 2024) und eine 25-Megawatt-Anlage in Krefeld (im Bau für 2025).
Der Solarpark in Ahaus-Alstätte muss bis Mitte 2025 ans Netz gehen, um die Förderfristen einzuhalten. Sobald er in Betrieb ist, könnte er nicht nur die Instandhaltungskosten der Deponie reduzieren, sondern auch die lokale Versorgung mit erneuerbaren Energien stärken. Das Projekt folgt einem wachsenden Trend in der Region, alte Müllstandorte für die grüne Stromerzeugung neu zu nutzen.