30 March 2026, 16:09

Arnsberg diskutiert Umbenennung der umstrittenen Kardinal-Jaeger-Straße

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße mit St. Peter's Church im Hintergrund, gesäumt von Gebäuden, Bäumen, Fahrzeugen und einigen Fußgängern.

Arnsberg diskutiert Umbenennung der umstrittenen Kardinal-Jaeger-Straße

In Arnsberg könnte eine nach einem früheren Erzbischof benannte Straße bald umbenannt werden. Die Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim steht wegen der Verstrickung ihres Namensgebers in Vertuschungsfälle von Missbrauch in der Kritik. Sowohl der örtliche SPD- als auch der CDU-Verband setzen sich nun für eine Umbenennung ein – ein seltener gemeinsamer Vorstoß der beiden Parteien.

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Ähnliche Diskussionen gibt es in Werl und Wenden, wo ebenfalls Straßen zu Ehren von Lorenz Jaeger auf den Prüfstand gestellt werden. Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn. Eine aktuelle Missbrauchsstudie belegte, dass er und sein Nachfolger Fälle von sexualisierter Gewalt im Bistum systematisch verschleiert haben. Die Erkenntnisse veranlassen lokale Politiker nun, öffentliche Ehrungen für ihn zu überdenken.

In Arnsberg begründet die SPD ihren Antrag mit den dokumentierten Verfehlungen Jaegers. Auch die CDU distanziert sich mittlerweile vom verstorbenen Kardinal und unterstützt die Umbenennung. Beide Parteien wollen die Anwohner in die Auswahl eines neuen Straßennamens einbeziehen.

Am 20. April findet eine öffentliche Versammlung statt, bei der Vorschläge für Alternativnamen gesammelt werden. In Werl wurden die Bewohner der Kardinal-Jaeger-Straße bereits befragt. Die Stadträte in Werl und Wenden sollen im Mai über mögliche Änderungen abstimmen.

Abgesehen von diesen Fällen werden in Nordrhein-Westfalen derzeit keine weiteren Straßen oder Plätze aufgrund der Missbrauchsstudie auf eine Umbenennung geprüft. In Paderborn bleiben der Kardinal-Degenhardt-Platz und die Kardinal-Jaeger-Straße die einzigen weiteren Orte, die mit der Kontroverse in Verbindung stehen.

Das Umbenennungsverfahren in Arnsberg wird unter Einbeziehung der Bürgerschaft vorangetrieben. Auch in Werl und Wenden stehen in den kommenden Wochen Entscheidungen über die jeweiligen Straßen an. Etwaige Änderungen würden die Ergebnisse der Missbrauchsstudie und die lokale Reaktion darauf widerspiegeln.

Quelle