Apotheker warnen vor Schließungswelle: "Ohne Reformen droht Versorgungsnotstand"
Charlotte KrügerApotheker warnen vor Schließungswelle: "Ohne Reformen droht Versorgungsnotstand"
Der Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich kürzlich mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen für örtliche Apotheken zu sprechen. Themen des Gesprächs waren finanzielle Schwierigkeiten, Personalmangel und die für den 23. März geplanten Proteste.
Während des Treffens betonte Lohmann die dringende Notwendigkeit fairer Löhne für Apothekenmitarbeiter. Höhere Gehälter würden nicht nur helfen, Fachkräfte zu halten, sondern auch die Servicequalität verbessern, so der Apotheker. Ein weiteres zentrales Problem sei die feste Abgabegebühr, die seiner Meinung nach nicht mit den Rabatten der Versandapotheken mithalten könne.
Schrumpf erkannte die Herausforderungen an, mit denen Apotheken – insbesondere im nördlichen Essen – konfrontiert sind. Zwar räumte der Politiker ein, dass sein Einfluss als Landesabgeordneter begrenzt sei, versprach jedoch, die Anliegen auf Bundesebene vorzubringen. Zudem wurde die zunehmende Schließung von Apotheken thematisiert, wobei Lohmann klarstellte, dass dieses Problem längst nicht mehr nur ländliche Regionen betrifft.
Beide waren sich einig, dass eine angemessene Vergütung für Rezeptleistungen und planbare Finanzierung unverzichtbar sind. Schrumpf zeigte Verständnis für die geplanten Proteste und unterstrich, dass Apotheken nachhaltige Finanzierung benötigen, um weiterhin Notfall- und Grundversorgung sicherzustellen.
Das Treffen fand vor dem Hintergrund eines deutlichen Rückgangs der Apothekenzahlen in ganz Deutschland statt. Bundesweit schlossen zwischen 2020 und 2024 rund 1.600 Apotheken, während Nordrhein-Westfalen seit 2010 ein Viertel seiner Apotheken verloren hat. Ohne Reformen bei Förderung und Vergütung könnten weitere Schließungen den Zugang der Patienten zu essenziellen Leistungen einschränken.