30 March 2026, 16:09

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin

Offenes Buch mit dem Titel 'Die Lieblingslieder in der Oper' mit Notenschrift und Text.

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Uraufführung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus, wo Demonstranten mit ukrainischen Fahnen flaggten.

Die Inszenierung verbindet Verdis klassische Oper mit modernen Themen und nimmt dabei Bezug auf die queere Ballroom-Kultur sowie die AIDS-Krise.

Rund 50 Protestierende versammelten sich vor der Vorstellung und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Ihre Demonstration richtete sich gegen Netrebko, die in der Vergangenheit wegen ihrer angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin in der Kritik stand. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte zuvor bereits einen Geburtstag im Moskauer Kreml gefeiert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch im Inneren des Opernhauses herrschte eine andere Stimmung: Netrebko erhielt starken Beifall vom Publikum, und die Aufführung wurde sowohl für die Sänger als auch die Musiker gelobt. Regisseur Rafael R. Villalobos setzte mit seiner mutigen Inszenierung auf Elemente der queeren Ballroom-Szene und Anspielungen auf die AIDS-Epidemie.

Elisabeth Sobotka, die Intendantin der Staatsoper, äußerte sich vorab zu den Kontroversen. Sie betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit Beginn des Ukraine-Kriegs nicht dorthin zurückgekehrt. Die Produktion bleibt Teil des Festspielprogramms der Staatsoper, mit Netrebko weiterhin in der Rolle der Amelia.

Die Premiere verdeutlichte die Kluft zwischen künstlerischer Rezeption und politischem Protest. Während Netrebkos Auftritt begeistert aufgenommen wurde, unterstrichen die Demonstrationen vor dem Haus die anhaltenden Spannungen. Die Staatsoper wird die Inszenierung wie geplant fortsetzen, weitere Vorstellungen sind für die Feiertage vorgesehen.

Quelle